[Wien][Frauen in Schwarz] 26.9.26: Mahnwache
Mahnwache von Frauen in Schwarz (Wien)
Samstag, 26. Sept. 2026, von 15.00 bis 16:30 Uhr
Graben/Ecke Kohlmarkt, 1010 Wien
GAZA – das Schweigen der Welt normalisiert den nicht endenden Völkermord
WESTJORDANLAND– Israel treibt die ethnische Säuberung voran
GAZA In wenigen Tagen jährt sich der Beginn des Völkermords in Gaza zum 3. Mal. Der täglich gebrochene „Waffenstillstand“ hat bis jetzt nichts am unvorstellbaren Leid der Menschen geändert. Im Gegenteil, seit seinem Inkrafttreten am 10. Oktober 2025 wurden über 73.800 Palästinenser getötet, über 174.700 verletzt. Ein UN-Bericht zeigt auf, dass seit Oktober 2023 bis zum Oktober 2025 über 20.000 Kinder von den israelischen Streitkräften getötet wurden. Über 40.000 Kinder wurden verletzt. Zehntausende Kinder leben mit dauerhaften Behinderungen. Die gezielte Tötung von Kindern belegt die genozidale Absicht der israelischen Behörden und Sicherheitskräfte.
Das israelische Militär besetzt inzwischen fast 70% des östlichen, einst fruchtbaren Gazastreifens. An dieser willkürlichen „Grenze“ („Gelbe Linie“) wurden 23 Militärkräne mit Überwachungskameras und ferngesteuerten Maschinengewehren aufgestellt. Die in den letzten 3 Jahren viele Male vertriebenen Menschen versuchen unter ständiger Angst und realer Bedrohung in immer fragileren und unsicheren Zeltlagern am sandigen Küstenstreifen zu überleben. Täglich kommt es zu Angriffen und Tötungen von Zivilisten. Die Hoffnung auf Wiederaufbau, Frieden, Normalisierung sinkt täglich. Von Trumps Friedensplan und dem Board of Peace ist wenig zu hören, und noch weniger zu erwarten.
Nach wie vor blockiert Israel die Einfuhr lebenswichtiger Güter, Maschinen, Werkzeuge, Baumaterial; keine wetterfesten Zelte oder mobile Wohnheime erreichten bis jetzt die Menschen, die all dies dringend brauchen. Doch auch alles, was zu einem annähernd normalen Leben gehört, wie Hygieneartikel, Schulmaterial etc. bleibt den Menschen verwehrt. Die wenigen nahrhaften Lebensmittel sind derart unerschwinglich und können von der Mehrheit nicht gekauft werden. Immer noch leben tausende Menschen von nur 1 Mahlzeit täglich aus den Suppenküchen. So ist vor allem unter Minderjährigen Mangelernährung bzw. Unterernährung der Auslöser für diverse Krankheiten. Die WHO warnt davor, dass Mangelernährung nicht nur das körperliche Wachstum reduziert, sondern auch die geistige und psychische Entwicklung der Kinder und Jugendlichen schwer beeinträchtigt. Allgemein steht das Gesundheitssystem in Gaza immer noch vor dem totalen Kollaps. Für die Diagnose und Behandlung vieler heilbarer Krankheiten fehlen immer noch die Medikamente, medizinisches Equipment, Diagnosegeräte etc., weil Israel deren Einfuhr verhindert. Immer noch warten tausende Kranke/ Verletzte auf eine Ausreisebewilligung, für eine Behandlung im Ausland.
Westjordanland, Ostjerusalem Die brutalen, oft bewaffneten Übergriffe durch jüdische Siedler auf palästinensische Dörfer nehmen immer mehr zu, ebenso die Razzien, Angriffe, Verhaftungen durch das israelische Militär. Neue Außenposten entstehen, neue Siedlungen werden bewilligt. Die Annexion, die ethnische Säuberung schreitet voran – alles illegal und gegen das Völkerrecht.
Die israelische NGO B’Tselem veröffentlichte am 15.9.2026 ein Statement, in dem Israels Vorgehen als „Eliminierungsprojekt“ bezeichnet wird, wörtlich heißt es darin: „Israel arbeitet daran, die Fähigkeit der Palästinenser, als Gemeinschaft im Westjordanland zu existieren, zu zerschlagen, während es gleichzeitig das Gebiet neu ordnet, um eine zusammenhängende und dauerhafte jüdische Präsenz zu etablieren.
Neben Brandanschlägen auf Wohnhäuser und Autos, Entwurzelung von Olivenbäumen, Obstplantagen, Diebstahl von Herdentieren und Feldfrüchten durch jüdische Siedler, kommt es täglich neben Hausdemolierungen auch zur Zerstörung von Nebenstraßen durch das israelische Militär.
Hier ein Beispiel aus jüngster Zeit: Im nördlichen Jordantal wurden 47 Familien (Beduinen und Bauern mit insgesamt 15.000 Ziegen und Schafen) total von ihrer Wasserzufuhr abgeschnitten, indem die Wasserleitungen und die Straße zerstört wurden. Die spontanen Hilfslieferungen von Futter und Wasser aus einem Nebendorf wurden vom Militär blockiert. Das Ziel ist die Vertreibung durch Entzug jeglicher Existenzgrundlagen.
Einige weitere Beispiele: Die Ausschreibung der israelischen Regierung für rund 1.200 Wohneinheiten im E1-Gebiet (östlich von Jerusalem) wurde im August plötzlich und ohne Vorankündigung veröffentlicht, wobei die vorgeschriebenen Verfahren umgangen wurden – trotz internationaler Empörung über das Projekt. Der israelische Bau von Siedlungen im E1 Gebiet würde den nördlichen und den südlichen Teil des Westjordanlands voneinander trennen.
In Silwan, einem Ortsteil von Ostjerusalem, wurden in den letzten 24 Monaten an die 500 Einwohner vertrieben. Allein im Stadtteil Al-Bustan wurden die Häuser von ca. 300 Bewohnern abgerissen, und im Stadtteil Batn al-Hawa wurden 160 Menschen gezwungen, ihre Häuser zu verlassen, die bereits von jüdischen Siedlern bezogen wurden. Über 1.500 Palästinenser:innen stehen in Silwan derzeit vor ähnlichen Bedrohungen.
Die Welt darf nicht länger schweigen!
Wir fordern von der österreichischen Regierung, der EU, der Internationalen Gemeinschaft sich endlich auf die Seite der Gerechtigkeit zu stellen:
- Entscheidung der EU für die Suspendierung des EU – Israel Assoziierungsabkommens
- die Straflosigkeit Israels muss ein Ende haben! Sanktionen über Israel verhängen!
- Für ein Ende des Völkermords in Gaza, sofortige ausreichende Hilfslieferungen, Beginn des Wiederaufbaus;
- Ein Ende der Apartheid Israels , der ethnischen Säuberung, der Menschenrechtsverletzungen an den Palästinenser*innen;
- Stopp der Annexion des Westjordanlandes und Ostjerusalems
- Sofortiger Stopp aller Waffenlieferungen an Israel

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