Eine Politik die wir jetzt bräuchten – und die traurige Realität
Wer erinnert sich noch and die Kubakriese 1962? Anscheinend kaum jemand. Ansonsten ist es kaum zu verstehen, wie die aktuellen westliche Politik mit den Krisen der Zeit umgeht.
Am Höhepunkt der Kubakrise, als die UdSSR begann Raketenabschussrampen auf Kuba zu installieren – als eskalierenden Schritt auf die Raketenstationierung der USA in der Türkei – da gab es zwei Menschen, die eine Politik der De-Eskalation begannen: Kennedy und Chrustschow.
Die beiden taten das, was auch heute dringend nötig wäre: Sie redeten miteinander und sie vertrauten sich gegenseitig. Diese trotz dessen, dass die Situation sowohl global als auch national gefährlich war. Dirk Pohlmann weist in seinem Beitrag „Als der Weltfrieden drohte“ auf diese, aus dem Nationalen kommende, Bedrohung darauf hin:
„Wenig bekannt ist, was Präsident John F. Kennedy in der kritischen Phase der Verhandlungen durch […] Robert F. Kennedy dem sowjetischen Botschafter Anatoll Dobrynin persönlich ausrichten ließ: Es wäre nicht sicher, dass das US-Militär ihn nicht stürzen würde […]. Chrustschow ließ ihm ausrichten, dass es bei ihm ähnlich sei.“ (Dirk Pohlmann weist in seinem Beitrag „Als der Weltfrieden drohte“ in: Dr. Eugen Drewermann et al: Endlich Frieden, Macht-steuert-Wissensverlag, 2025, S. 143)
Hätten wir im Westen anno 2022 einen Politiker wie Kennedy, wäre vermutlich in der Ukraine längst Frieden bzw. es wäre nie zu dieser Spezialoperation die zum Krieg führte gekommen.
Wie unterschiedlich etwa die US-Administration unter Biden im Verhältnis zur damaligen Politik war, lässt sich gut aus den Vorkommnissen in der Ukraine die von den OSZE Beobachtern berichtet wird (siehe: Benoit Paré auf YouTube). Weder die ukrainische Regierung noch der Westen schien an De-Eskalation interessiert gewesen zu sein (und ist es bis heute). Wenn man berücksichtigt, was Paré berichtet, ist es kein Wunder, dass Putin eine Bedrohung erkannte, auf die er reagieren musste – zumal der Westen von Anfang an Putin als Imperialisten darstellten.
Speziell für das kriegslüsterne Westeuropa ruft Dr. Hauke Ritz 8 Punkte in Erinnerung, welche die „Willigen“ in Europa berücksichtigen sollten:
„1.) […] die imperiale Tradition des Westens [definiert] Europa nicht als Ganzes […]
2.) … dass [Europa] ein grundlegendes anderes Sozialmodell als die USA besitz. […]
3.) […] in Europa […] [schwankt das politische Pendel] nicht wie in der USA zwischen autoritärem und libertären Liberalismus.
4.) … dass Europa zuviele Kriege erfahren hat, als dass es sich dem Streben der USA nach Weltherrschaft anschließen könnte.
5.) … dass Europa im Westfälischen Frieden die Grundlage für ein Völkerrecht geschaffen hat, das auf die Andersartigkeit des Anderen zu reflektieren vermag, […]
6.) […]
7.) … dass der Kern Europas […] das Ideal eines bewussten, ernsthaften Lebens im Geist der Verantwortung ist, […]
8.) … dass Europa die Werte des Christentums säkularisiert und im Medium der Gesetze, der Bildung, der Politik und Geschichte verweltlicht hat.“
(Hauke Ritz: Die Westbindung der Kriege in: Dr. Eugen Drewermann et al: Endlich Frieden, Macht-steuert-Wissensverlag, 2025, S. 159)
Statt sich diesen Werte und Toleranzhintergrund schließt sich die EU der aggressiven Raubideologie der USA an – zum eigenen Schaden. Die europäischen Politiker – vor allem in Deutschland – wären gut beraten – zusammen mit der Russischen Föderation und der Ukraine – an einer Neugestaltung der Ukraine mit Berücksichtigung der Sicherheitsinteressen aller Beteiligten zu arbeiten. Die Alternative ist ein langandauernder Krieg, der im Endeffekt einen Zustand wie in Korea schafft. Aktuell wird die Ukraine systematisch zerstört – auch von den Ukrainern selbst. Dass die EU aktuell sogar zum Seeräuber werden will, die russische Schiffe kapert und die Fracht verkauft, das ist eine Politik eines Störtebeker der deswegen Enthauptet wurde. Die EU ist also auf dem völlig falschen Weg. Die USA lohnt dabei diese „Vasallentreue“ durch weitere Erpressungen und Forderungen. Für ein prosperierendes Europa ist eine völlig andere, eine friedliche, Politik notwendig.

es ist vieles unscharf an der geschichte, wie sie hier dargelegt wird. dirk pohlmann ist eine erstklassige quelle, ein sehr guter publizist. nur die sowjetischen raketen waren schon auf kuba installiert, es wurde ja nur die letzte „lieferung“ abgefangen. die lösung der problems hat nikita sergejewitsch mit einem elendslangen telex vorgeschlagen, nämlich dass die usa die stationierten atomraketen im natoland türkei entfernen, so im gegenzug zum abbau der raketen auf kuba.
diese tatsache wurde ja in unseren breiten bis vor einiger zeit ostentativ verschwiegen.
ref. tim weiner, cia die ganze geschichte, fischer taschenbuch,2009.
n.b. ist tim weiner zweifacher pulitzer preisträger.
um zu dirk pohlman zurückzukommen, ist dieser der festen überzeugung, dass jfk wegen des dranges frieden zu initiieren und seiner gesprächsbereitschaft mit chrustschow vom cia ermordet wurde.
Trackback by kurt strohmaier 13. August 2026 15:54