[R. Brunath] Reflektionen zum Konflikt NATO-Russland
Frieden oder Krieg?
Eine deutsche Neuauflage von 1941 würde eine Wiederholung von 1945 werden
Manchem in Deutschland, so den Schülern, die gegen Wehrpflicht demonstrierten, beginnt es langsam zu dämmern, dass Politiker in Europa sich auf einen Krieg vorbereiten. Ob die sehr niedrige Quote der Meldungen für einen Wehrdienst nach der Befragung Jugendlicher durch die Bundesrepublik letztendlich durch hysterische Propaganda doch zu einem Meinungsumschwung für einen Kriegsdienst wird, ist noch offen. Sie, die Politiker und Generäle arbeiten aber intensiv daran.
So sprechen führende europäische Politiker und deutsche Generäle es aus, und die großen Zeitungen berichten darüber. Spaniens Zeitung z.B. El País fragt die Bürger des Landes direkt: „Seid ihr bereit, für euer Land zu kämpfen?“
Hört sich das nicht nach „Sportpalast 1943“ an?
Die Berichterstattung über die aktuelle Fussball WM und die begleitenden öffentlichen Jubeltänze sog. „Fan-Gemeinden“ ist ein Puzzelstein der interessierten Partei- und Militäreliten, wie sie den Nationalstolz wiederherstellen wollen: denn Militarismus und Revanchismus sind Optionen für jede Politik mit dem Präfix „national„.
Die Frage, die in Spanien gestellt wurde könnte genau so in Norwegen, Rumänen oder sogar in Deutschland gestellt worden sein. Und man kann sicher sein, sie meinten einen „Kampf im Osten“ zu führen, denn NATO- und deutsche Generäle verheimlichen es nicht. Sie sprechen es aus:
Die NATO wird im Falle eines Konflikts mit Russland Kaliningrad, die Kola-Halbinsel, Sankt Petersburg und das Schwarze Meer angreifen. Dies erklärte der Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe, Holger Neumann. In einem Interview mit dem Telegraph bekräftigte er, Deutschland sei bereit, „schon heute Nacht“ gegen Russland zu kämpfen. Vorerst kann man aufatmen: Die akribischen Deutschen haben einen Fahrplan zur Kriegsvorbereitung bis 2030 entworfen.
Der ehemalige US-Kommandeur in Europa, Ben Hodges, hatte zuvor erklärt, Kaliningrad könne im Falle eines Konflikts zwischen der NATO und Russland das erste Ziel eines NATO-Angriffs werden. Und Christopher Donahoe, Kommandeur der US-Streitkräfte in Europa und Afrika, merkte an, die US-Armee könne die Region gemeinsam mit NATO-Verbündeten im Rahmen einer Bodenoperation besetzen.
Das sind offizielle Stellungnahmen und keine Aussagen eines Bloggers in sozialen Medien. Sie sind kein Spass. Es ist damit zu rechnen, dass „Vorfälle“ provoziert werden (erinnert sei z.B. an den Tonkin-Zwischenfall, der 1964 als Vorwand für den direkten Eintritt der USA in den Vietnamkrieg diente), die propagandistisch für die Erzeugung der Kriegsbereitschaft der Massen genutzt würden.
Bisher wiegen sich viele noch in Sicherheit, weil das vermeintlich komfortable und friedliche Leben in Paris oder Berlin für Uniformen, Militärmärsche und andere „Bürden“ nicht förderlich wäre. Die Jugend will weder kämpfen noch einfach nur in der Kaserne herumhängen – selbst angesichts steigender Arbeitslosigkeit einerseits, und lockender Gehälter bei der Bundeswehr andererseits. Der Militärdienst ist das Letzte, wofür sie sich entscheiden würden. An einen Krieg mit Russland glaubt trotz der regelrechten offiziellen Hysterie kaum jemand, und selbst wenn, wollen sie an diesem
Krieg nicht teilnehmen. Nein, die Jugend brennt nach wie vor nicht darauf, Krieg zu führen.
Aber die Soziologie ist gegen die Jugend, denn sie zeigt, dass sich die Europäer nach rechts bewegen und rechtsextreme Politiker bevorzugen, welche die Wiederherstellung des Nationalstolzes versprechen.
Und wenn es dann soweit ist, werden die Massen in den Krieg ziehen wollen, genau wie ihre Nazi-Großväter. Und die Jugend wird höchstwahrscheinlich nicht gefragt werden. Aber bis dahin wird ein Teil der inzwischen erwachsenen heutigen Jugend Deutschland verlassen haben.
Was die aktuelle Lage betrifft, sei hinzugefügt, dass Frankreich und Großbritannien über Atomwaffen verfügen. Und dort droht die Politik damit, denn der französische Präsident Emmanuel Macron erklärte unverblümt seine Bereitschaft zum Einsatz von Atomwaffen:
„Wenn wir unser Atomwaffenarsenal einsetzen müssen, wird kein Land, egal wie mächtig, sich dem entziehen können.“
Da bleibt man sprachlos. Gleichzeitig wird die Ukraine weiter mit Waffen beliefert – alles unter dem Vorwand, das Kiewer Regime entwickle diese Waffen angeblich selbst. Wer das glaubt, glaubt auch an den Osterhasen.
Zum 22. Juni, dem 85. Jahrestag des Überfalls Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion, erinnerte der deutsche Botschafter Lambsdorff in Moskau an die 27 Millionen Opfer, die von der Sowjetunion zu beklagen sind. Lambsdorff spricht auf Russisch und bekennt: „Deutschland stellt sich seiner Vergangenheit.“ Aber ab diesem Satz – so berichten die Medien – wird alles , was der Mensch sagte, missverständlich. Man liest: Weil sich Deutschland seiner Verantwortung stelle, stelle sich Deutschland gegen das Umschreiben der Geschichte. Daher stelle sich Deutschland gegen die Behauptung, dass es in der Ukraine Nazismus gäbe. Die Behauptung, in der Ukraine herrsche Nazismus, sei eine Beleidigung gegenüber denjenigen, die heldenhaft gegen den Faschismus gekämpft haben.
Diese Aussage, wenn sie so gefallen ist, kann man nur als Affront im Zusammenhang mit den Erinnerungsveranstaltungen Russlands bezüglich des Überfalldatums 22. Juni 1941 Nazi-Deutschlands gegen alle Menschen russischer Nationalität werten und man fragt sich: wer sind dann die Nazis? Die Russen?
Oder anders gefragt: haben alle jene, die Russlands militärische Operation „nachplappernderweise“ als einen nicht zu rechtfertigenden Angriff bezeichnen, jemals nachgedacht und es danach als das erkannt was es ist: nämlich als eine Verteidigung der Lebensrechte ethnischer Russen im Osten der Ukraine? Einer Verteidigung gegen die schon 2014 in erster Linie begonnenen Kanonaden Kiews gegen die zivile russischsprachige Bevölkerung im Donbass, die in Russland schmerzhafte Erinnerungen weckten auf das Jahr 1941?
Wenn nicht in Kiew, wo sind dann die Nazis des Herrn Lambsdorf ? Meint er vielleicht Deutschland?
Meinte er gar:
Nazi in Deutschland ist, wer wieder einen Krieg gegen Russland vorbereitet, der im Grunde bereits geführt wird, vorerst mit Händen ukrainischer Soldaten, die deutsche Waffen verwenden?
Oder meinte er, Nazi in Deutschland ist, wer es für richtig hält, dass EU und NATO bis an die Grenzen Russlands expandieren um von dort aus schnell einmarschieren zu können?
Oder findet er es höchst undemokratisch in Deutschland, wer ohne Prozess, ohne Urteil und ohne Schuld sanktioniert wird, was Menschen die Lebensgrundlage entzieht? Oder wer Andersdenkende oder humanitäre Donbass-Helfer ins Gefängnis steckt? Meinte Lambsdorf, jeder, der gegen all das nicht die Stimme erhebt müsse bestraft werden?
Und sicher meinte Lambsdorf, dass es Nazigesinnung in Deutschland ist, wenn man es normal finde, dass in Europa Hitler-Kollaborateure mit militärischen Ehren umgebettet werden, dass Straßen nach ihnen benannt und zugleich Denkmäler für Sowjetsoldaten – die Sieger über den Original-Nazismus – abgerissen werden, wie in der Ukraine geschehen!
Und meint Lambsdorf wirklich, dass es normal wäre, wenn Terroristen Zivilisten in Russland in die Luft sprengen und – wie es die ukrainischen Geheimdienste tun – sich offen dazu bekennen?
Oder meint Lambsdorf endlich, dass es nazihaft und verbrecherisch sei, wenn in Deutschland ansässige Unternehmen Waffen in die Ukraine liefern oder liefern lassen oder wer diese Lieferungen fordere oder unterstütze?
Wenn das so wäre, würde es Herrn Lambsdorf auszeichnen und es würde helfen eine Entwicklung,wie im Titel beschrieben, zu vermeiden.
1.7.2026, R. Brunath
Die Reflektion als PDF: Frieden oder Krieg

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