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[Graz] Die Stadt als Lebensraum interessiert die Kapitaleigner nicht

Bloged in Allgemein by friedi Dienstag September 18, 2018

Ich hoffe, dass es diesmal gelingt, dass die grazer Stadtregierung unser Steuergeld lieber in Projekte steckt, die allen nutzen (etwa eine Straßenbahn nach Don Bosco, oder die Errichtung eines öffentlichen Parks in Wetzelsdorf-Straßgang)  als in die Zerstörung des Augartens – allein mir fehlt der Glaube …Ich will hier nur kurz in Erinnerung rufen, dass die Stadtregierung immer schon ausschließlich im kurzfristigen Interesse von sogenannten Tüchtigen agiert hat: Kastner-Dach, Zerstörung  des Kreuztonnengewölbe durch die Firma Kastner und Öhler und vor allem die Verbaung des Pfauengartens – ein negatives Glanzstück.

Leider ist es schwierig diese Vorgänge nur den rechten Kräften (ÖVP und FPÖ) mit ihren aktuellen Führer Hr. Bgm. Nagl zuzuschieben. Gerade der Augarten ist ein Beispiel, dass Geld nicht stinkt. Die Teile, die seitens der Steiermärkischen Sparkasse den SPÖ-nahen Kinderfreunden geschenkt wurden, waren die ersten Augartenteile, die in Beton verwandelt wurden (zur Erinnerung: siehe www.gast.at). Anscheinend gilt eben das Prinzip: Geld und Welt verträgt sich nicht!

Wie auch beim aktuellen Murkraftwerk zu sehen ist, wird getäuscht, getrickst, vertuscht und gemogelt, um verdeckte Interessen wahrzunehmen.

Es werden Kampagnen mit Halbwahrheiten gestartet, es wird den Aktivisten unterstellt, nicht die Wahrheit zu sagen (das ist besonders Witzig, weil die „offiziellen Stellen“ ja ihre Pläne im Dunklen abwickeln und fast alles verschweigen – siehe die Vorgänge um das Murkraftwerk und um den Augartenumbau). Der analoge Trick wie auch schon beim Kastnerdach und auch beim Pfauengarten: Die Behauptung, es wird gar nicht gebaut, die Behauptung, es wird nicht so groß gebaut, die Behauptung es wird sogar mehr Grün gemacht – und dann: Bumm!

Kraftwerkbau, linkes Murufer bis Hauptbrücke wird „neu gestaltet“, Umbau von Augarten und und … also viel schlimmer als die Befürchtungen waren – und als D’raufgabe noch Gondlbahn und Untergrundbahn. … aber das ist ev. schon die Vorarbeit für die nächsten Trickserei dieser Bau-Immobilien-Gang. Nicht umsonst kommen die Profiteure dieser Projekte umfangreich in den Stadtmedien zu Wort.

Ich hoffe wirklich, dass durch die Klage von Peter Pilz (siehe: Pilz klagt Nagl) endlich einmal dieser Filz an Planungsvorgehen etwas aufgehellt wird. Ich wünsche mir, dass das Verfahren diese Herren (und Damen) wenigstens ein klein bisschen von ihrem hohen Ross hohlen würde.

Ich wünsche Herrn Nagl auch, dass er von der Justiz so behandelt wird, wie er die Murkraftwerksdemonstranten behandeln lässt (siehe: Prozess Viedoüberwachung, Straflandesgericht).

Diese Herren (und Damen) sind Mimosen, wenn es um sie selber geht, aber sie gehen rücksichtslos mit dem um, was sie eigentlich bewahren sollten.

Die Lebenswelt für die Menschen, die auf Lohn und Mietwohnung angewiesen sind, wird durch die „Verwalter“ immer mehr zerstört. Die Ignoranz und Präpotenz der Mächtigen verfolgt eine Politik, die die Stadt in ein Touristenevent verwandeln will. Aber dieser Wahnsinn funktioniert auch nur solange, bis der letzte Rest an liebenswerter Stadt zerstört ist.

Gut!

Touristen sind ev. nur 2 bis 3 Tage in der Stadt. In der Zeit kann man den Schein einer netten Stadt noch durch Schanigärten und Events eine Zeit lang aufrecht erhalten.

Die Baumafia benötigt aber immer mehr teure Bauprojekte: U-Bahn, Seil-Bahn, Aufstockung der Häuser im Stadtzentrum usw. Diese Bauwut wird aber nicht nur die Geschäfte und die Menschen aus der Stadt vertreiben, sondern auch die Touristen – und was ist dann?

Auch wenn die Stadtverwaltung aktuell durch Vermietung jeglichen Leerstands an die Univresität viel kompensieren kann, irgendwann wird auch dort das Geld knapp (und die Universität im Ranking sinken).

Dann haben die Stadtmächtigen aus einer liebenswerten Perle ein Betonwüste gemacht, in der es weder einen Geschäftemix, nocht Wegeplan noch Grünraum gibt. Selbst die Peripherie wird ja zubetoniert und ohne jegliches Konzept verhüttelt.

In diesem Sinne lohnt es sich, für den Erhalt des Augarten zu demonstrieren. Der Augarten ist ein Ort, an dem sogenante Besitzlose noch ihre Freizeit im Grünen verbringen können. Geht es nach dem Willen von Nagl und Co – aber nicht mehr lange – und vor allem: Nicht mehr lange ohne Konsumation(spflicht).

Graz, 18.9.2018, W. Friedhuber

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