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KAB – Anpassung an die Realitätsverschleierung

Bloged in Allgemein by friedi Donnerstag April 20, 2017

Wer von den vom neoliberalen System an den Rand gedrängten Menschen seine Hoffnung auf die Kirche als Tröstung setzt, sollte die Zeichen der Zeit richtig deuten.

Zwar ist es zweifellos richtig, dass, verglichen mit den neoliberalen Regierungsparteine SPÖ-(FPÖ)-ÖVP und deren Ansagen, die Handlungen und Wortmeldungen der Kirche meist zur Hoffnung Anlass geben – die Wortmeldungen sind humaner und nicht so rechtsradikal wie etwa die von Hr. Schelling und Co – aber zuviel Hoffnung sollte man nicht in die kirchliche Mildtätigkeit setzen.

So hat etwa der der KAB (Katholische Arbeitnehmerinnenbewegung) seinen Arbeitslosenfonds der Diözese Seckau in schönem Neusprech Fonds für Arbeit und Bildung genannt. Zum Vergleich siehe den Fonds bei der Diözese St. Pölten der schlicht so heißt wie er ist: Arbeitslosenfonds.

Auch die Benennung der Beratungsstelle für Arbeitslose heißt in der Steiermark sehr beschönigend Beratungsstelle für Arbeitssuchend. Dies lässt die Befürchtung wachsen, dass der zuständige Bischof Hr. Wilhelm Krautwaschl in seinen Gesprächen mit der Industriellenvereinigung,  AMS und UNI (siehe ÖSTERREICH, 20.4.2017, S. 14) ev. noch weiter auf die schöne Sprach-Welt der Leistungswilligen einschwenkt und so das hässliche Problem der Randgruppen billig und systemkonform löst.

Menschen, die von einem immer inhumaner werdenden neoliberalen System an den Rand ihrer Existenz gedrängt werden, sollten wenigstens so bezeichnet werden wie sie sind: Arbeitslose, Armutsgefährdete, Mindestsicherungsempfänger!

Die Umbenennungen in Arbeitssuchende und Bildungssuchende und des Hilfsfonds in Fonds für Arbeit und Bildung usw. sind ein Euphemismen, die zudem weiter verhindert, dass die Problemlage, sowohl von der Gesellschaft als auch von den Betroffenen selbst, in all seiner inhumanen Härte erfasst wird.

Begonnen hat damit natürlich der neoliberale Staat, indem er die Arbeits-Aufsichtsbehörde von Arbeitsamt in Arbeitsmarkt-Service (AMS) umbenannt hat. Nun werden anscheinen auch die letzten Hoffnungsanker der an den Rand gedrängten der neuen Sprachregelung unterworfen.

Ein Gutes kann die Sache aber haben: Vielleicht stirbt damit das Übel der nicht erfüllten Hoffnung und die Betroffenen werden selbst aktiv um sich gegen dieses System zu wehren.

20.4.2017, Graz, W.Friedhubr

 

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