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Kommentar zum TAZ-Artikel: Reparationszahlungen und ein weiterer Schuldenerlass – das fordert Griechenlands Regierungschef von Deutschland.

Bloged in Allgemein by friedi Samstag September 3, 2016

Zum Artikel: (linkeWoche; Link zum TAZ-Artikel)

Nachfolgend eine Kommentar zum Thema Reparationszahlungen vom Historikers Alois Rosenberger zu diesem Thema.

Premier Alexis Tsipras hat neuerdings seinen Wunsch nach Entschädigung für noch nicht abgegoltene (Folge-)schäden aus der Zeit von 1941-45 erhoben. Leider Gottes sind seine Ansprüche nicht aus der Luft gegriffen – ein mehr als nur in uneigentlicher Analogiesituation zu Österreich in unserer Eigenschaft als erstes Opfer der Hitler-Aggression gut begründeter Anspruch. In Österreich allerdings kamen nur solche Opferfamilien zu so etwas wie zu einer Entschädigung, denen es honestly nicht geniert hat, sich von jenen Amerika entschädigen zu lassen, das dessen eigenen Friedensvertragswerkskonzeption Thomas Woodrow Wilsons zuwider absolut völkerrechtswidrig erst in den letzten paar Wochen der Hitlerherrschaft in Österreich intervenieren ließ anstatt sowohl sittlich als auch völkerrechtspositivistisch korrekt bereits 1933/34. Die überaus tüchtige und mächtige Frau Reichskanzlerin Merkel ist freilich in der Lage, die Wünsche armer Opferländer Südosteuropas ganz einfach zu ignorieren und es billigend in Kauf zu nehmen, stattdessen eine Doppelgängerei seitens der „Aufarbeitung der NS-Vergangenheit“ finanzieren zu lassen. Vor dem Prinzip der Wahrheit aber ist es jedoch weniger maßgeblich, wie die Berliner Regierungschefin und  ihre meist amerikanisch organisierten informativen Schoßhündchen in den back offices die Lage sehen möchten, sondern wie gut und regelrecht wir kleinen Leute aus mehr oder weniger arm gebliebenen Opferschichten des Hitlerterrors unsere Kompensationswünsche begründen können. Pardon, Madame: Wir Österreicher haben noch keinen endgültigen Friedensvertrag mit Ihnen bekommen!

Ebendadurch liegt allerdings auch ein nicht unbeträchtliches Risiko für den griechischen Regierungschef. Mein herzensguter Vater hatte mich bei sehr projektiven Meinungen über unseren mit Südosteuropa gemeinsamen „Erbfeind“ für die Unabhängigkeit unserer selbständigen österreichischen kulturellen Identität stets darauf aufmerksam gemacht, daß das eigentliche erste Opfer Hitlers nicht wir Österreicher, sondern die Weimarer Republik als solche es ist. – Möge sich Herr Tsipras über geeignete Informationswege sich diesen väterlichen Rat ebenfalls beherzigen und mit seiner an sich berechtigten Kritik nicht jene wohlwollenden europäischen  Kräfte Deutschlands belasten, denen das Hitlerunwesen ohnehin seit jeher wie ein schmerzhafter, ins Auge stechender Sargnagel ist. Mittlerweile allerdings ist ja doch ein Generationensprung erfolgt – auch die Partisanen von heutzutage sind als Generation bereits in die Gräber gesunken, und die Entschädigungspflichtigen der wirklichen Elterngeneration dürfen sich durchaus auf den Standpunkt stellen, ihre Pflicht jedenfalls getan zu haben – wie weit damit auch wirklich auch alle Wiedergutmachungspflichten erfüllt sind, ist allerdings eine berechtigte zweite Frage. Eine Inventur zur Gerechtigkeit, das Auffinden unbekannter und an den Rand gedrängter Opfer ist nicht nur ein österreichisches Desiderat, das schon längst umgesetzt hätte werden sollen, unmittelbar nach der Ära Kreisky und Sinowatz als Völkerverbindungsbrücke zur Balkanhalbinsel damit beginnend. Richtige Opfer nach dem Hitlerterror waren in der Regel schwer traumatisiert und daher von sogenannten „Alpha-Tieren“ und ähnlichen sozialdarwinistischen Zeitgeistgenossen sehr einfach auch aufarbeitungspolitisch zu verdrängen. Verdecktes Agieren, frigid psychologisierendes Aufreißen von kaum verheilten seelischen Wundschmerzen und diskriminierungspolitisches Anschütten von hintenherum war immer stets auch die Art der Reichen und Gewaltanwendenden gegenüber wehrlosen Opfern.

Zur regelrechten Entschädigungsproblemlösung möge die griechische Linksregierung sich selber am Schopf nehmen und sich die Frage stellen, ob es denn nicht auch an der Bequemlichkeit der eigenen Bürokratie liegt, die an sich sehr hohen Hilfszahlungen nicht zu Umverteilungsmaßnahmen genutzt zu haben und sich mit Gewissenserforschung und Selbstkritik befleißigen. Die objektive Sachlage trägt jedenfalls die Möglichkeit in sich,  daß sich die griechische Sozialverwaltung  bei der Bekämpfung der überaus hohen Arbeitslosigkeit sich selber mit einer Feigheit belastet haben könnte und im Endeffekt die religiös-konservative Opposition als die bessere soziale und volksverbunden demokratische Kraft aus der Auseinandersetzung hervorgehen könnte: Zu langfrist-folgenkausalem Kombinieren geschulte Mitdenker müßte es unbedingt sogar im CIA schon seit längerem auffällig erscheinen, daß im Zuge der Watchlist-Waldheimcampaign Förderungen zur Wiedergutmachung von steirischen und anderen Opfern des Hitlerregimes auf der Balkanhalbinsel fehlgesteuert und zu nichtösterreichischen  Belangen wie zum Beispiel der  sogenannten „Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit“ entfremdet worden sein könnten und amerikanische oder auch besonders heikle Refundierungsdemands Großbritanniens zum ursprünglich zugedachten und gewidmeten Sinn als Gutmachungsfolge sich herauskristallisieren möchten!

Graz, 3.9.2016 Alois Rosenberger [mailto:a.rosenberger@a1.net]

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