[Nie wieder Krieg] Newsletter 03/2026
Krieg gegen den Iran – Bericht vom Schulstreik – Kuba-Webinar am 13.03.2026
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Newsletter 03/2026
Inhalt: Krieg gegen den Iran // Aufruf zu weiteren Protestaktionen // Bericht vom Schulstreik am 5. März // Filmbericht vom letzten Webinar // Webinar zu Kuba am 13.03.2026
Liebe Friedensfreundinnen, liebe Friedensfreunde,
die nachfolgende Erklärung der Initiative ‚Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder‘ zum Krieg gegen den Iran wurde bereits am 1. März veröffentlicht und zu diesem Zeitpunkt auch an einige Hundert Friedensinitiativen verschickt. Sie wurde daher bereits in einigen Medien, aber auch schon im Rahmen von Protestaktionen gegen diesen Krieg verwendet.
Wir rufen mit diesem Newsletter zudem zu weiteren Protestaktionen gegen diesen Krieg auf. Wir informieren euch über eine dazu vorgesehene Demonstration in Hamburg. Wir berichten außerdem vom letzten Schulstreik am 5. März und wir laden euch herzlich zu einem Kuba-Webinar ein.
Initiative ‚Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder‘
Hands off Iran – Aggression gegen den Iran stoppen!
Wir verurteilen die erneute völkerrechtswidrige Aggression der USA und Israels gegen den Iran und die Ermordung seines Staatsoberhaupts aufs schärfste. Es ist auch diesmal ein hinterhältiger Überfall während laufender Verhandlungen und wie der Angriff auf Venezuela vor wenigen Wochen ein Akt nackter imperialistischer Gewalt. Es handelt sich um einen weiteren unprovozierten Angriffskrieg, der unverhüllt auf einen Regime Change zielt, gerechtfertigt mit haltlosen Vorwürfen einer atomaren Bedrohung durch den Iran. Im Gegenteil, der Iran betonte bei den aktuellen Verhandlungen, „‘null‘ atombombenfähiges Nuklearmaterial anzuhäufen.“ Selbst die 16 US-Geheimdienste kamen in ihrer letzten gemeinsamen Bedrohungsanalyse zum Schluss, dass nichts auf ein iranisches Atomwaffenprogramm hindeutet. Zudem haben die USA und Israel das zivile Nuklearprogramm nach eigener Einschätzung im Juni letzten Jahres weitgehend zerstört.
Wir sind bestürzt und empört über die hohe Zahl von Opfern der massiven Bombardierung iranischer Städte. Nach Angaben des iranischen Roten Halbmonds wurden bereits am ersten Tag über 200 Menschen im Iran getötet, bei einem israelischen Luftangriff auf eine Grundschule in der südiranischen Stadt Minab allein mindestens 108 Schülerinnen.
Die rechtsextremen Regierungen Trumps und Netanjahus haben einen Krieg vom Zaun gebrochen, dessen weiterer Verlauf nicht abzusehen ist. Der Iran lanciert, wie zuvor angekündigt, nicht nur effektive Gegenangriffe auf Ziele in Israel, wie beim vorangegangenen Krieg im Juni 2025, sondern auch auf die Militärbasen der USA in den arabischen Nachbarstaaten. Die Gefahr einer Ausweitung in einen Flächenbrand ist akut. Schwere Treffer auf einen US-Stützpunkt mit einer großen Zahl von Toten oder erhebliche Zerstörungen an einem Kriegsschiff können den Krieg nun jederzeit unkontrollierbar eskalieren lassen.
Der Iran hat zudem die Straße von Hormuz, durch die 20 Prozent der weltweiten Erdgas- und Erdöltransporte laufen, geschlossen. Das droht die Treibstoffkosten auch im Westen in die Höhe zu katapultieren.
Russland und China haben nach dem 12 Tage-Krieg 2025 ihre militärische Unterstützung des Irans stark ausgeweitet und in den letzten Wochen Kriegs- und Aufklärungsschiffe in die Region entsandt, vermutlich auch, um die iranische Luftabwehr mit Daten über Angreifer zu versorgen. Auch wenn beide Verbündete sich nicht aktiv einmischen werden, birgt dies ebenfalls Eskalationsgefahren, auch angesichts des israelischen Atomwaffenarsenals. Die israelische Führung könnte bei anhaltenden iranischen Gegenschlägen und schwindenden Luftabwehrkapazitäten versucht sein, darauf zurückzugreifen – in der Überzeugung, keine schweren Konsequenzen fürchten zu müssen.
Wir verurteilen die Komplizenschaft Deutschlands und der EU bei den militärischen Angriffen und den Wirtschaftsblockaden gegen den Iran. Sie haben bereits den Krieg im Juni 2025 nicht verurteilt, sondern ihn im Gegenteil – wie es Kanzler Merz ausdrückte – als Übernahme der „Drecksarbeit für uns alle“, begrüßt. Damit gaben sie auch grünes Licht für eine weitere Aggression. Zudem haben sie den Wirtschaftskrieg verschärft – ganz bewusst, wie Außenminister Wadephul zugab, um die Notlage der Bevölkerung zu vergrößern und einen Aufstand zu befeue
Wir sind zudem empört über den abscheulichen Zynismus der Bundesregierung, die auch diesmal nicht den Angriffskrieg verurteilt, sondern Teheran auffordert, seine Gegenangriffe auf militärische Stützpunkte der Aggressoren einzustellen.
Letztlich beteiligen sich Deutschland und die EU am „hybriden Krieg gegen den Iran“, den, so der renommierte Ökonom Jeffrey Sachs, die USA und Israel durch Wirtschaftssanktionen, Militärschläge, Cyberangriffe, psychologische Operationen und Desinformationskampagnen“ führen. [ 1 ]
Ein Krieg gegen die Islamische Republik Iran steht in Washington seit langen auf der Agenda. Offensichtlich geht es dabei nicht im Geringsten um Demokratie und Menschenrechte im Iran, sondern darum, einen störenden Gegenspieler zu zerschlagen, so wie schon Libyen und Syrien als funktionierende Staaten zerstört wurden. Gemeinsames Ziel des politischen Westens ist, das Land als relevante Macht in der Region und wichtigen Pol in der Entwicklung einer multipolaren Welt auszuschalten. Für Israel würde es den Weg frei machen, die Region weiter gewaltsam und gemäß seinen Interessen zu ordnen.
Wir fordern:
- den sofortigen Stopp des Krieges gegen den Iran
- ein Ende der deutschen Unterstützung für die militärischen Angriffe und den Wirtschaftskrieg gegen das Land. Das bedeutet insbesondere Stopp aller Waffenlieferungen an Israel und Ablehnung der Nutzung der US-Stützpunkte auf deutschem Boden für den Krieg gegen den Iran.
- eine klare Verurteilung der völkerrechtswidrigen Aggression durch die deutsche Bundesregierung
- Einsatz für einen Waffenstillstand und faire Friedensverhandlungen mit dem Iran
Initiative ‚Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder‘
(01.03.2026)
Erklärung auf der Webseite lesen
Protestresolutionen zum Krieg gegen den Iran wurden auch von der IPPNW, Pax Christi, dem Netzwerk Friedenskooperative, der FRIKO Berlin und weiteren Gruppen veröffentlicht.
Demonstrationen und Proteste gegen den Krieg
Liebe Friedensfreundinnen, liebe Friedensfreunde,
in Venezuela werden der Staatspräsident und seine Ehefrau entführt, die USA verhängen zusätzlich zu der jahrzehntealten Blockade über Kuba ein Ölembargo, in Syrien hofiert man Terroristen und der Iran wird angegriffen und damit ein völlig unkontrollierbarer Flächenbrand riskiert. Die schon seit langem von den USA und ihren Partnern beförderte Erosion des Völkerrechts wird im Eiltempo vorangetrieben. Wo man hinschaut, herrscht das Recht des Stärkeren und nicht die Stärke des Rechts.
Auch der in der Ukraine geführte und von der Bundesregierung massiv beförderte Stellvertreterkrieg dauert an. Die USA wollen möglicherweise in Deutschland Mittelstreckenwaffen stationieren, die uns alle im Falle ihres Einsatzes zum Ziel eines Gegenangriffes machen. Außerdem werden diese US-amerikanischen Militärstützpunkte schon jetzt für solche Kriege, wie etwa dem im Iran genutzt. Diese Militärstützpunkte müssen sofort geschlossen werden, anstatt dort noch weitere Waffen zu stationieren. Und längst streckt US-Präsident Donald Trump seine Fühler nach Grönland aus – man nimmt sich eben was man „braucht“, Angriffskriege führen ja grundsätzlich nur die anderen.
Die Kriege dieser Welt hängen miteinander zusammen. Nicht nur was direkt vor unserer Haustür geschieht, bringt auch uns in höchste Gefahr. Die Auswirkungen gerade des Kriegs gegen den Iran werden in den nächsten Wochen auch bei uns schmerzhaft spürbar werden.
Vor dem Hintergrund der neusten, hochgefährlichen Eskalationen rufen wir alle auf, sich an Protesten vor Ort zu beteiligen und selbst Kundgebungen zu organisieren. Wir müssen mit lauter Stimme sagen: wir wollen eure Kriege nicht! Weder lassen wir uns kriegstüchtig machen, noch wollen wir eine grundgesetzwidrige Beteiligung Deutschlands an den völkerrechtswidrigen Überfällen auf andere Länder.
In vielen Städten haben solche Protestaktionen auch in den letzten Tagen stattgefunden. So beispielsweise in Berlin, in Dortmund, in Frankfurt am Main und in vielen weiteren Orten. Auch für dieses und das folgende Wochenende sind Aktionen, wie beispielsweise eine Demonstration am 13. März in Hamburg vorgesehen. Hier findet ihr dazu auch ein Plakat / Sharepic. Unsere Proteste müssen noch größer werden. Nicht zuletzt auch bei den bevorstehenden Ostermärschen.
Bitte schickt uns kurze Berichte oder Bilder von solchen Aktionen, damit wir darüber auch auf unserer Webseite berichten können:
’newsletter@nie-wieder-krieg.org‚
Neben Venezuela und dem Iran kommt nun zunehmend auch Kuba ins Visier der Trump-Administration. Für uns ein Anlass für das nachfolgende Webinar.
Webinar am 13. März 2026 – Beginn: 19 Uhr
„Kuba im Würgegriff – Wie lange hält die Insel stand?“
65 Jahre Blockade, jetzt totales Ölembargo: Die USA verschärfen den Druck auf Kuba auf ein historisches Maximum. Wie funktioniert Alltag ohne Treibstoff? Was bedeutet das für Gesundheit, Ernährung, Wirtschaft? Und was plant Havanna als Antwort? Ein Webinar über Widerstand, Erschöpfung und die Zukunft eines Landes im Ausnahmezustand.
Mit Marcel Kunzmann, Kuba-Experte und Journalist, hat Geschichte, Politik und Ökonomie in Jena und Havanna studiert und einen Master in Lateinamerikastudien der FU Berlin, betreibt die älteste deutschsprachige Cuba-Nachrichtenseite im Internet: cubaheute.de. Moderation: Jutta Kausch-Henken.
Um an dem Webinar teilzunehmen, müsst ihr euch anmelden. Unmittelbar danach wird euch ein individueller Zugangslink zugeschickt, über den ihr euch am 13. März kurz vor 19 Uhr in die Veranstaltung einwählen könnt.
Anmelde- und Registrationslink Veranstaltung am 13. März
Schulstreik am 05.03.2026: Erfolg wiederholt
Wo Kriege vorbereitet werden, wird Widerstand zur Pflicht!
Am 5.3. streikten erneut mehr als 50.000 Schülerinnen und Schüler gegen die Wiedereinsetzung der Wehrpflicht – diesmal in rund 150 Städten. Damit hat sich die Bewegung verstetigt und bewiesen, dass sie keine Eintagsfliege ist. Einmal mehr schallte in ganz Deutschland „Die Reichen wollen Krieg – die Jugend eine Zukunft“ und „Nie, nie, nie wieder Wehrpflicht“ durch die Straßen. Denn die Jugendlichen haben zurecht Angst vor Krieg und wollen nicht für die Profite von Rheinmetall in die Schützengräben geschickt werden.
Die Schülerinnen und Schüler haben damit erneut Mut bewiesen. Beim zweiten Streiktag gab es deutlich mehr Repressionen und Einschüchterungsversuche. In Kassel, Schweinfurt und weiteren Städten wurde Schülerinnen und Schülern eine Attestpflicht auferlegt, in Essen, Frankfurt und Stuttgart wurden Schülerinnen und Schüler in Schulen eingesperrt, in Berlin und München laufen Ermittlungen gegen Schüler die Schilder mit „Merz stirb du doch an der Front“ und „Merz leck meine Eier“ getragen haben. Die Medien versuchten die Streiks kleinzureden. Doch ganz im Gegenteil hatten die Streiks vielfach die Unterstützung der GEW, örtlicher Gewerkschaftsjugenden und von Vertretungsstrukturen der Schülerinnen und Schüler. Die Mobilisierung stützte sich oft auf Streikkomitees in den Schulen selbst.
Der nächste Streiktag liegt am 8. Mai, dem Tag der Befreiung von Krieg und Faschismus. Merz sprach letzten Monat beim Weltwirtschaftsforum in Davos ganz offen davon, dass wir uns in einem „Zeitalter der Großmachtpolitik“ befinden. Deutschland will den dritten Anlauf zur Großmacht wagen und braucht den Kriegsdienst dafür. Der Tag der Befreiung ist also passend gewählt. Bis dahin wird es darum gehen, weitere Schulstreikkomitees an Schulen aufzubauen, gegen Bundeswehrauftritte an Schulen zu protestieren und deutlich zu machen, dass Wehrpflicht und Krieg keine Generationenfrage ist. Denn wo Kriege vorbereitet werden, wird Widerstand zur Pflicht!
Weitere Infos und Bilder findet ihr auf unserer Webseite:
Infos und Bilder vom Schulstreik am 5. März auf unserer Webseite
Weitere Hintegrundinfos zu diesem Thema und zur Kriegsdienstverweigerung
Über diese Links findet ihr auch die Pressemitteilung des Bündnisses ‚Schulstreik gegen Wehrpflicht‘ vom 5. März 2026.
Filmbericht von unserem Webinar ‚Widerstand gegen Wehrpflicht‘
Zum gleichen Thema fand bereits am 27. Februar ein Webinar unserer Initiative statt. Es diskutierten Ronja Fröhlich (aktiv im Bündnis Nein zur Wehrpflicht), Vanessa Casagrande (aktiv in der AG Frieden der GEW Berlin), Willi Rester (DFG-VK Bayern / Oberpfalz), Elia Heddinga (aktiv bei Schulstreik gegen die Wehrpflicht in Hamburg). Moderiert wurde die Veranstaltung durch Wiebke Diehl.
Hier findet ihr dazu einen Filmbericht:

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