[Österreich] Militär im Klassenzimmer
Das zieht nun in unsere Klassenzimmern ein: „Informationsoffiziere, militarisierte Schulbücher und eine Sprache, die Krieg verharmlost.“ (Mosaik, 2.2.2026)
Statt aus der Geschichte zu lernen, gehen wir zurück in die Zeit des 1. Weltkriegs, wo es die Aufgabe der Schulen war, einen Hurra-Patriotismus zu predigen. Unter dem Schlagwort „Geistige Landesverteidigung“ soll ein Bedrohungsszenario in die Köpfe der Schüler eingepflanzt werden – natürlich nur zur „Friedenssicherung“.
Das „Strategiedokument“ enthält neben viel Blah Blah und Geschwafel von Bedrohung usw. eines nicht: eine klare Bedrohungsanalyse und ein Verteidigungskonzept mit klaren Aussagen. Gegen wen soll sich Österreich wie Verteidigen? Russland wird genannt – aber glaubt wirklich wer, dass Russland in Österreich einmarschieren will? Wenn die NATO und die EU ihr Russenbashing einstellen würden, ist Russland eher an guten Handelsbeziehungen mit der EU interessiert als an einen sinnlosen Angriffskrieg.
Ähnlich schwammig auch das Dokument „Österreichische Sicherheitsstrategie“ von dem uns auch der grüne Kogler entgegenlacht.
Als einzig konkrete Bedrohung wird Russland genannt:
„Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine hat den Krieg nach Europa zurückgebracht und das globale Sicherheitsgefüge in seinen Grundfesten erschüttert. Dieser Konflikt mit seinen regionalen und weltweiten Auswirkungen sowie die parallel dazu global bestehenden multiplen Krisen werden das sicherheitspolitische Umfeld der nächsten Jahre bestimmen. Insgesamt wird die Sicherheitslage Österreichs auf absehbare Zeit durch eine Vielzahl an Risiken herausgefordert bleiben.“ (ebd.)
Erstens stimmt es nicht, dass die russische Militäroperation in der Ukraine den Krieg nach Europa zurückgebracht hat – da hat man anscheinend den NATO-Angriff auf Serbien vergessen und zweitens ist es schlechter Stiel einfach von einer „Vielzahl von Risiken“ (ebd.) zu sprechen um eine gewaltige Aufrüstung zu rechtfertigen.
Nun marschieren also Propagandaoffiziere des Bundesheers durch die Schulen um mit dumpfen Drohszenarien die Schüler – und eventuell bald auch die Schülerinnen – ihre „naive“ Friedfertigkeit auszutreiben.
Die Politiker Europas wollen wieder weltweit militärisch mitspielen – natürlich nicht selbst an den Fronten. An den Fronten will man die europäischen Kinder von morgen sehen. Dazu dient nun der „Einmarsch“ des Militärs in die Schulen. Ein Rückfall ins Mittelalter, wo der König seine Gelüste mit Krieg befriedigt hat, für den die Bevölkerung zu zahlen hate, zu Zahlen mit Leben, Invalidität und Wohlstandsverlust.
Ich hoffe, dass in den Schulen zumindest noch so viel Geschichte gelehrt wird, dass die Kinder wissen, dass in der Vergangenheit in unserem Raum fast jeder gegen jeden gekämpft hat – für Gott, den Kaiser, das Vaterland, den Führer. Das Ergebnis dieser Schlachten war außer Zerstörung und Tod – nichts! Es gibt weder den Kaiser mehr, noch das umkämpfte Vaterland noch den Führer – und wie es ausschaut auch keinen Gott. All das Elend war umsonst.
Und nun sollen wir den Unsinn wieder anfangen?
Graz, 6.2.2026, W. Friedhuber

zur unschärfe, der völkerrechtswidrige angriff der nato, nicht auf serbien, sondern jugoslawien, welches dann in der folge von der landkarte verschwand.
die hoffnung, dass im geschichtsunterricht etwas korrigiert würde, ist eine falsche. dazu ein beispiel welches ich selbst erlebt habe. die mündliche matura in geschichte eines schülers mit serbischen wurzeln. der direktor der schule als geschichteprofessor. der schüler erläuterte seine sicht zum natoangriff auf „serbien“. der direktor erkannte als prüfer, die korrekte analyse, wie auch das vorgehen des schülers zum geschichtlichen ablauf, da jedoch dessen conclusio nicht dem mainstream entsprach, wurde der schüler entgegen jeglicher distanzierten objektivität mit einem „genügend“ bewertet, n.b. bei der matura auf die schülerinnen und schüler jahrelang hinarbeiten. auch der vorsitzende der kommission hatte keine einwände, ebenfalls die klassenvorständin des schülers nicht.
bezüglich geschichtlicher vorgänge ist der geschichtsunterricht, somit die schule die basis spezieller auslegungen.
ich selbst erfüllte meine schulpflicht in der schweiz, ging danach hier im lande in die htl und konnte im geschichtsunterricht die verschiedensten sichtweisen zu historischen vorgängen und deren auslegung bestens erleben.
Trackback by kurt strohmaier 6. Februar 2026 13:59
nicht nur militär im klassenzimmer, auch soldaten von nato-mitgliedern im lande:
https://salzburg.orf.at/stories/3340948/
Trackback by kurt strohmaier 6. Februar 2026 18:29