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Ein kleines Beispiel welche Gesinnung in Graz regiert.

Bloged in Allgemein by friedi Samstag Dezember 1, 2012

Die Grazwahl ist vorbei. Schlaue, bezahlte Analysten liefern Gründe was warum so ausgegangen ist.
In Graz ist man aber inzwischen an einem Punkt, wo der Zynismus der Verwaltung immer deutlicher für jeden unmittelbar sichtbar wird – ist es die leere Annenstraße oder der Thalia-Umbau: Was einmal wertvoll war, wird zerstört, verworfen, verhunzt, in Grund und Boden gewirtschaftet …
Ein besonders berührendes Beispiel ist am Jakominiplatz zu sehen:

Umgesägte gesunde Bäume, die kurz zuvor erst gepflanzt wurden

Baumvandalismus in Graz und durch Graz

Gefällt junge Bäume.

Weiß der Himmel – oder besser: Die Hölle, wem die Bäume im Weg waren. Jedenfalls sind sie ein bezeichnendes Beispiel für grazer Politik. Die Schwarz-Grüne Koalition war für die urbane Umwelt in der man sich wohl fühlen konnte, der Supergau. Einig waren sich Nagl und Rücker nur, wenn Grünraum und Kulturgut vernichtet oder die Bürgerinnen und Bürger „diszipliniert“ werden sollten (mit wenigen Ausnahmen).

An dem kleinen Beispiel der umgeschnittenen Bäume am Jakominiplatz kommt diese ignorante Rathauspolitik besonders gut zum Ausdruck: Nach der Neugestaltung des Platzes (1995-1996) wurden Neupflanzungen durchgeführt. Dabei wurde, einem Verantwortungsbewusstsein der damaligen Stadtregierung unter Alfred Stingl folgend, für die Neupflanzungen Patenschaften vergeben.

Nun – irgendwann waren einige Bäume irgendwem im Weg. Irgendwann hat eine Schicki-Micki-Clique die Stadt übernommen. Wobei „übernommen“ wirklich so gemeint ist. Die Regierung unter Nagl und auch Rücker verfolgten andere Interesse als das allgemeine Wohl – oder verstehen etwas ganz anderes unter dem Begriff „Allgemeinwohl“. Cliquen und Interessensgruppen – oder die eigene Profilierung – das sind die Mittelpunkte dieser neuen Stadtpolitik .

Vielleicht haben die Bäume die Sicht auf die „wunderschöne Architektur“ verstellt (die Architektenclique ist in Graz eine der Gruppen, die sich nach Belieben entfalten darf.), vielleicht haben sie Reklametafeln verdeckt (auch manche Kapitalgruppen dürfen ungebremst …) – oder vielleicht war nur das Laub dem Haltestellenbetreiber (Stadt Graz) zu lästig:  Jedenfalls eines Tages wurden zwei der gesunden Bäume einfach umgeschnitten. Ohne die Paten zu verständigen, ohne viel Aufhebens – auch ohne Medien – einfach so. Es ist nicht einmal klar, wann das war.

Nun stehen die Stümpfe traurig da und tragen die Plaketten ihrer Paten.

Einer der Paten ist ein ÖVP-Grande – oder ein gewesener ÖVP Grande. Der mit der ökosozialen Marktwirtschaft – falls sich noch jemand erinnert. Jetzt werkt der gute Mann lt. Wikipedia in der „ökologischen Gesellschaftspolitik“ (siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Riegler). Ich will ihm nicht unterstellen, dass alles was er getan hat und tut, einfach nur Parteiräson war und  ist, dass ihm dieses entwürdigende Vorgehen der Stadt mit dem, wofür er Patenschaft hat, komplett gleichgültig ist. Einfluss scheint er aber zumindest nicht mehr zu haben. Ich glaube auch bei ihm zu sehen: Als er die Patenschaft übernahm, war er noch wer – jetzt nicht mehr und damit braucht „man“ – also die ÖVP – ihn nicht mehr; genausowenig wie seinen Baum.

Riedls Patenschaft für einen Baumstumpf

Baumstumpfpatenschaft Riegler

Der zweite Pate, ein ehemaliger Universitätsrektor (siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Mitter), hatte seine Patenschaft ernst genommen. Er ging bei trockenem Wetter sogar selbst den Baum gießen. Nun ist auch dieser Herr nicht mehr in Amt und Würden – daher wird auch er einfach ignoriert. Weder wurde der Herr Professor von der Baumschlägerung benachrichtigt, noch wurde die Patenschaftstafel entfernt.  Beschweren kann sich der Herr Professor beim Salzamt.

Baumstumpf für den Mitter Patenschaft hat

Baumstumpfpatenschaft Mitter

Das ist grazer Stadtpolitik wie sie leibt und lebt: Versprechen, Patenschaft, Verantwortung – alles nur Schlagworte solange sie einem von Nutzen sind – alles nur leere Floskeln um den Menschen Sand in die Augen zu streuen.

Ev. können einige aus dieser kleinen Geschichte erkennen, dass und warum wir keinen schlauen Filzmaier brauchen, um zu wissen, warum wir dieser Schranzen müden sind. Das Wahlergebnis und die Wählerbeteiligung legen beredtes Zeugnis davon ab.

1.12.2012, W.Friedhuber

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