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Der freie Markt wird durch Zwang profitabel gehalten

Bloged in Allgemein,Geld,Krise by friedi Sonntag Januar 2, 2022

Aktuell ist die Funktion des neoliberalen Systems mit all seinen Komponenten wieder gut zu beobachten: Lieferengpässe, gedrosselte Produktion – und trotzdem steigt der Energiepreis. Was ist da los?

Wie zumindest seit der Ölkrise 1970 schwappt eine Wirtschaftskrise nach der anderen über den liberalisierten Westen. Egal ob Ölkrise, Stahlkrise, Währungskrise, Bankenkrise oder Staatsschuldenkrise- das Bild ist immer das selbe: Spekulanten versuchen ihren Profit zu steigern – und wenn das Pyramidenspiel zusammenkracht müssen die Lohnabhängigen die Schäden bezahlen.

Nicht anders jetzt in der „Corona-Krise“. Befeuert durch Spekulation und US-Hegemonialinteressen steigen die Energiepreise enorm – speziell bei Erdgas (obwohl Erdgas keinesfalls knapp ist). Spekulanten und US-Wirtschaftsinteressen versuchen hier Gelder – etwa aus Europa – zu lukrieren – und zwar so viel wie möglich.

RT/DE hat dazu unter dem Titel „Marktfetischismus in der Energieversorgung: Auf Europa wartet der ‚perfekte Sturm‘“ am 1. Jänner 2022 einen erhellenden Artikel.

Gleich in der Zusammenfassung nennt der Artikel den zentralen Punkt: „Die Gaspreise auf Europas Markt sind gerade so hoch, dass sogar Flüssiggastanker aus den USA Kurs zu Häfen hier statt in Asien eingelegt haben“ (ebd.).

Dass damit in Europa auch die Inflation weiter angeheizt wird, ist vermutlich ein willkommenes weltpolitisches Beiwerk.

Dass es sich bei den Vorgängen um rein spekulativ angeheizte Abläufe handelt, ist etwa an der Preisentwicklung für Gas an der Londoner Börse zu sehen:

„Am vergangenen Freitag, dem 24. Dezember, sank der Preis für Gas-Futures laut der Londoner Börse ICE erneut auf unter 1.200 US-Dollar pro 1.000 Kubikmeter, obwohl er noch am 21. Dezember gerade erst das Rekordhoch von 2.200 US-Dollar durchbrochen hatte.“(ebd.)

Die Preise an dieser Börse sind also nicht wirklich durch Angebot und Nachfrage gestaltet, sondern rein auf Basis spekulativer Gewinnmaximierung.

„Die Preise der Gas-Futures an der Londoner ICE-Börse, an denen sich diese ‚Schiefergaspiraten‘ orientieren, sind nämlich rein spekulativ und existieren fast schon rein auf dem Papier.“ (ebd.)

Natürlich hat diese Spekulation auch Auswirkungen in der Realität. Kaum war der Gaspreis hoch, wurden Flüssiggastanker nach Europa umdirigiert.

„Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg sind 15 Tanker mit US-amerikanischem LNG, angelockt von den überhohen Preisen an der Londoner Börse und dem niederländischen TTF-Hub, die fast 2.200 US-Dollar pro 1.000 Kubikmeter erreichten, tatsächlich auf dem Weg in die Alte Welt.“ (ebd.)

In der Analyse der Ursachen für die aktuellen Preisverwerfungen am Gassektior durch Vergleich mit der Ölkrise im vorigen Jahrhundert kommt RT zu folgendem Schluss:

„Dies war die klassische Überproduktionskrise [anm. Friedi.: die Ölkrise ist gemeint], wie sie in Dutzenden von Lehrbüchern beschrieben wird, verursacht durch dysfunktionale „Markt“-Kontrollmechanismen – bezüglich sowohl der Produktion als auch der Preisbildung: An den New Yorker Börsen füllte die vielgerühmte „unsichtbare Hand des Marktes, die alles regelt“, anstatt diese Funktionen zu erfüllen, fröhlich die Taschen der Nutznießer dieser „Regulierung“ – durch reine Spekulation.“ (ebd.)

Und weiter:

„Und nun können wir auf den europäischen Erdgasmärkten genau das Gleiche beobachten – nur ist jetzt, wie es im Russischen heißt, der Schornstein nicht ganz so hoch und der Rauch nicht ganz so dicht. Das Szenario selbst hingegen ist sehr ähnlich und beginnt ebenfalls mit einer falschen Markteinschätzung. Nur haben wir statt Überproduktion Energieknappheit und statt New Yorker Börsen die in London. Aber sonst ist alles gleich, auch die beispiellose Gier der Börsianer, die nicht in der Lage sind, mindestens einen Schritt vorauszukalkulieren […] und die Preissteigerung so weit wie es nur geht anfachen.“ (ebd.)

Wobei nach meiner [Friedi] Einschätzung die Verknappung am Gassektor ebenfalls künstlich ist. Einerseits durch reine Spekulation und anderseits strategisch, da die USA ihr Schiefergas nach Europa liefern will, um die Bindung Europas – Deutschland an Russland zu verhindern.

Bezahlt wird dieses manipulative Spielchen wie immer durch die Konsumenten. Selbst wenn die Staaten regulierend eingreifen, wird auch ein „moderaterer Anstieg der Energiepreise […] unweigerlich zu einem Preisanstieg in anderen realen Wirtschaftssektoren führen“ (ebd.).

Graz, 2.1.2022, Friedi

 

 

Kommentare	»
  1. der spekulant, der seinerzeit erfolgreich gegen die bank von england gespielt hat und in der folge den sozialen abbau im land durch eine eiserne lady eingeleitet hat, wird hier vom starreporter lendvai als philanthrop bezeichnet……….

    ist wohl menschenfreundlich, wenn gaspreise so hoch sind, dass sich das profane volk das heizen ersparen kann…..

    dazu singen wir dann, den durch falco aufgewärmten hit „mutter der mann mit dem koks ist da….“. das video davon ist es wert genauer angesehen zu werden :-)

    Trackback by kurt strohmaier 2. Januar 2022 18:26

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