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Das Böheimkonzept füre Arbeitslosengeld: Ziemlich stark an der Schraube drehen

Bloged in Allgemein,Krise,Systemalternativen by friedi Sonntag Oktober 10, 2021

Wie kommt so eine „Expertenmeinung“, wie die von Rene Böheim in der Kleinen Zeitung vom 13.September 2021 S. 18 -(auch über WEB in leicht adaptierter Form unter KleineZeitung zu lesen), bei denen an, die durch die vorgeschlagenen „Schrauben“ niedergedreht werden?

Einen Eindruck davon bekommt man aus einer Mail von einer wirklichen Expertin – nämlich von einer Betroffenen – die ihre Stimmungslage in einer Mail an einen Arbeitslosenverein zum Ausdruck brachte:

VIELE Menschen wollen jetzt nur mehr, Jobs von zu Hause aus. (Da wünsche ich beiden Seiten viel Spaß!)

Die Mentalität der Arbeitsnehmer [sic!] hat sich komplett verändert, die Arbeitsgeber [sic!] leben in alte Zeiten die vorbei sind, sie wollen es nicht akzeptieren: sie müssen mehr zahlen und einiges ändern. Sie suchen weiter NUR billige Arbeitskräfte und jammern, es kommt niemand, die Menschen seien faul, sitzen lieber zu Hause und beziehen AMS-Geld.

Die jüngere Generation lässt sich nicht mehr alles Gefallen, unterdrücken und ausbeuten (Gott sei Dank), damit, wünsche ich den Arbeitsgeber [sic!] VIEL Spaß.

Die Arbeitgeber wollten nur junge Mitarbeiter, jetzt würden manche alles nehmen, aber es ist viel zu spät.

Die alte Generation muss zu Hause sitzen, weil [sie] zu alt und zu teuer ist, manche auf Grund der gesundheitlichen Einschränkungen.

Dieses und nächstes Jahr geht eine sehr große Zahl von Personen im Pension (deswegen noch immer eine hohe Zahl an Arbeitslosen) und die kann keiner mehr zwingen, drohen, etc. DA können Kurz und Kopf lange auf den Kopf stehen. (So könnte sich vielleicht den [sic!] Hirn aktivieren lassen)

Liebe Grüße

[Name der LinkeStmk bekannt]

Wie hier von einer wirklichen Expertin geschildert, haben die Menschen „unten“ von diesen Machtmenschen wie Kurz, Kocher und all diesen Honoratioren samt ihren Experten mit ihrer einseitigen, gestrigen Betrachtunsweise der Welt die Nase voll.

Die Regierer und die willfährigen Medien verlieren durch ihre einseitige, kurzssichtige Darstellung der Vorgänge und Maßnahmen immer mehr an Glaubwürdigkeit und Vertrauen, weil ihre Ansagen immer weniger mit der selbst erlebten Realität zu tun haben. Die gesellschaftliche Kohärenz, der Zusammenhalt der Gesellschaft, beginnt dadurch zu bröckeln. „Die da oben leben in einer anderen Welt – die haben mit mir nichts mehr gemein“   – diese Haltung verstärkt sich.

Die Experten allerlei Geschlechts gehen nach ökonomischen Modellen vor, welche die Bedürfnisse der Lohnabhängigen weitgehend ignorieren. Zudem gehen diese Konzepte immer mehr an der Wirklichkeit vorbei. Statistiken werden erhoben und geschönt und als Basis für immer die gleichen uralten Herrschaftskonzepte herangezogen. Dass Menschen zur schlechter Arbeit gezwungen werden, dafür hätte es nicht 2000 Jahre Kulturentwicklung gebraucht. Die Hoffnung auf das Jahr 2000 war eine ganz andere – nicht die „Schraube“ die Herr Böheim für nötig hält. Für diese „Schraubenwelt“ können sich nur einige von denen, die sich für „Tüchtige“ halten, erwärmen. Das Potential der modernen Welt erfasst diese Welt nicht.

Vor allem deshalb, weil wir dank Wissenschaft und Technik hier in Europa in einer Überflussgesellschaft leben. Es ist mehr da, als überhaupt gebraucht wird. Aber das politische System der neoliberalen Wirtschaft lässt nur die reichen Bevölkerungsschichten an diesen Überfluss teilhaben – den ärmeren wird er vorenthalten. Da werden lieber Produkte vernichtet, als auf höhere Gewinne verzichtet.

Aus Sicht dieser reichen Schichten ist das natürlich nur „richtig und gut“: Nur so können sie im Überfluss leben, ohne selbst die Drecksarbeit machen zu müssen. Die Konzepte dazu sind uralt: Zwangsmaßnahmen für die da unten; sozusagen „den lahmen Gäulen die Sporen geben“. Wen stört es, wenn die „lahmen Gäule“ umfallen?

Wie obig zitiertes Statement zeigt, beginnen aber immer mehr dieser „lahmen Gäule“ ihre Situation zu erfassen – und sie gehen in Distanz zu dieser unrechten Welt – sie beginnen, diese Gesellschaft zu verweigern – kein Mitarbeiten mehr in einem System, dass einen nur mehr verlieren lässt!

Im Endeffekt werden auch die Soziologen und die Politologen, also all die privilegierten Fachleute und die Politiker-Kaste erkennen, dass „Sockelarbeitslosigkeit“ weder eine Stein noch ein Holzpflock und auch keine Buchhaltungszahl ist, sondern dass diese Kategorisierung menschliche Wesen, Bürger und Bürgerinnen umfasst.

Zumindest der Politikerkaste laufen so die Wähler davon – und in weiterer Folge werden die Experten so ihre zahlungskräftigen Auftraggeber verlieren und slebst bei den „lahmen Gäulen“ landen.

Bis aber die Abgehobenen (Buchtitel des Soziologen Hartmann) bemerken, dass ihre „Arbeit“ des  Spekulierens oder Förderungskassierens niemand ernährt, wird es noch dauern. Eine Zeit lang wird die Politikwelt auch bei einer Wahlbeteiligung unter 50% noch in Ordnung sein – eine Zeitlang wird auch das Drehen an der Schraube noch Saft aus den lahmen Gäulen quetschen – aber am Ende wird sie da oben die Geschichte doch wieder einholen.

Politiker wären gut beraten, eben nicht technokratisch an „Schrauben zu drehen“ um die Menschen niederzuschrauben, sondern humane Politik zu machen.

Graz, 11.10.2021, W.Friedhuber

Kommentare	»
  1. so lange die politik die medien schmiert und umgekehrt die technokraten die politik für ihre zwecke schmieren, so lange wird es keine kehrtwendung geben, ausser die betroffenen des profanen volkes zeigen ernsthaften widerstand.

    Trackback by kurt strohmaier 10. Oktober 2021 17:59

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