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[Epicenter] Pegasus: Das trojanische Pferd mit Flügel

Bloged in Allgemein by friedi Dienstag Juli 27, 2021

[E]s ist schon seit einigen Jahren kein Geheimnis mehr, dass das israelische Unternehmen NSO Group die derzeit weltweit als leistungsstärkste geltende Spionagesoftware Pegasus  an Regierungen in der ganzen Welt verkauft.

Nun wurde aber durch einen Leak zum ersten Mal klar, in welchem illegalen Umfang die Software genutzt wird bzw. dass dadurch auch die Überwachung von Regimegegner*innen und Journalist*innen ermöglicht wurde.

Ist das Smartphone einmal mit der Spyware infiziert, können sämtliche existierenden Daten darauf ausgelesen werden. Also alles von Nachrichten, über Bilder zu Kalender- und Adressbucheinträgen sowie auch Standortdaten. Der unbemerkte Zugriff auf Kamera und Mikrofon darf dabei natürlich auch nicht fehlen. Auch geschützte Inhalte, wie zum Beispiel Signal-Nachrichten, sind davor nicht gefeit, denn Pegasus liest schon beim Tippen oder Lesen der Nachricht mit. So wurden hunderte Journalist*innen, Menschenrechtsaktivist*innen und Oppositionelle weltweit Opfer von illegaler staatlicher Überwachung.

Ein internationales Journalist*innenkonsortium wertete ein Datenleak mit mehr als 50.000 Telefonnummern aus. Wer aus welchem Grund diese Daten erfasst hat, ist noch unklar. Die Enthüllungen zeigen, wie gravierend die Gefahr ist, die von staatlichem Hacking und Bundestrojanern ausgeht.

Staatliche Gelder dürfen nicht in die Geheimhaltung von solchen Schwachstellen, die den Einsatz solcher Systeme ermöglichen, fließen. Wir sind froh, dass wir einen Bundestrojaner für Österreich 2016, 2017 abwenden konnten. Genau jetzt sieht man, wie wichtig es war, dass sich die Zivilgesellschaft erfolgreich gegen diese Überwachungsfantasie gewehrt hat.

Ein Haufen Fragen sind derzeit aber noch offen, auch auf österreichischer Ebene:

  • Waren österreichische Ministerien Kunde der NSO Group?
  • Wussten sie von der Überwachung durch die Software in Österreich?

Die Neos haben mehrere parlamentarische Anfragen dazu eingereicht und wir sind bereits auf die Antworten gespannt.

Dass sich die „Sicherheits“-Industrie nicht selbst reglementieren wird, damit solche illegalen und invasiven Übergriffe nicht vorkommen, ist klar. Deswegen haben wir bereits neue Gesetze und internationale Abkommen mit echten Konsequenzen gefordert, damit mit solchen Sicherheitslücken endlich verantwortungsvoll umgegangen wird.

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