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Corona: Sich objektiv zu informieren ist nahezu unmöglich

Bloged in Allgemein,Krise by friedi Mittwoch April 8, 2020

Unter dem Schutzmantel der Corona-Pandemie wird aktuell das Leben in Freiheit stark eingeschränkt. Ob diese Niederfahren der Freiheit und selbst des Parlamentarismus, von den Fakten her berechtigt ist, lässt sich kaum einschätzen.

Wer versucht, sich ein Bild zu verschaffen, ob die diktatorischen Mittel, die aktuell fast jede Regierung trifft, berechtig sind oder nicht, kommt kaum auf keinen grünen Zweig.

Was vor allem fehlt, ist die Angabe, ob die Mortalität tatsächlich steigt. Die Zahlen die verfügbar sind, sind ständig unter einem Aspekt verzerrt. Oft fehlen überhaupt die Angaben, wie sie prozentuell zur Bevölkerung liegen.

Eine Quelle für objektive Aussagen wäre etwa der Fall des Kreuzfahrtschiffs Diamond Prinzess, wo die Todesrate von positiv diagnostizierte Fälle bei 1,5% lag (11 gestorbene von 712 infizieten Menschen). Das ist immerhin das 10fache Todesrisiko einer sonstigen Grippe (0,1 – 0,2% lt. Wiener Zeitung). Auch die Grippewelle grasierte ja im Februar in Österreich.

Die Grippe-Epidemie 2019/2020 in Österreich zeigt eine auffällige regionale Übereinstimmung mit den Corona-Fällen.

Zum Vergelich die Häufung von Corona:

Corona-Fälle

Bis auf das Bundesländer Salzburg und Vorarlberg ist eine gute Korrelation der Grippewelle mit den Corona-Meldungen zu sehen (Tirol, Wien, OÖ, Steiermark) – ebenso bei den Bundesländern mit wenigen Coronafällen: Burgenland, Kärnten. Zumindest scheint die Ausbreitungsbedingung für Corona mit der von Grippe übereinzustimmen.

Was schwierig bleibt ist, festzustellen, ob Corona die ungeheuren diktatorischen Maßnahmen rechtfertigt. Natürlich: Die Gesundheit muss geschützt werden und das Todesrisiko von 1,5% im Verhältnis von 0,1 % scheinen die Maßnahmen zu rechtfertigen – aber auch da sind Zweifel angesagt: Die publizierten Daten zeigen eher, dass das Sterberisiko nicht viel höher ist als bei Grippe.

Verlauf der Epidemie (Die Grafik ist interaktiv am Web aufzurufen unter https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/chronik/oesterreich/2055030-Corona-Faelle-in-Oesterreich.html)

Für Mittwoch 8.4.2020 schreibt die Wiener Zeitung (siehe https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/chronik/oesterreich/2051663-Ausbreitung-des-Coronavirus-weltweit.html )

„Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle lag bundesweit am Mittwoch um 8 Uhr laut Angaben des Sozialministeriums bei insgesamt 12.675 bekannten positiv getesteten Personen, ein Anstieg von rund 2,8 Prozent innerhalb von 24 Stunden im Vergleich zum am Vortag um 8 Uhr gemeldeten Fällen. Zahl der Todesfälle: 273, genesen: 4.512  (Stand Mittwoch, 10 Uhr).“

Der Krankheitsverlauf hat eine Dauer von ca. 5-6 Wochen (Erste Krankmeldung am 25.2. – erste Gesundmeldung am 4.4.2020), sodass aktuell prinzipiell ohne weitere Details keine Mortalität durch Corona angegeben werden kann – aber: wenn von 12.675 positiv getestere Personen lediglich 273 gestorben sind, so wäre die Sterberate bei 2%.

Was nun näher an der Wahrheit liegt, die Sterberate von 1,5 oder darüber oder darunter ließe sich erst bei vorliegen der allgemeinen Todesrate in Österreich feststellen. Es müsste nämlich die Sterberate für ganz Österreich im Frühling 2020 grob um 1,5% höher sein als im Vergleich zum Vorjahr. Leider ist – auch bei der Statistik Austria – die Sterberate für 2020 im Netz nicht verfügbar.
Das Problem, valide Daten zu bekommen hat auch die Meduni-Wien (siehe https://cemsiis.meduniwien.ac.at/fileadmin/cemsiis/MS/data/2020_04_06_COVID_19_Analyse_Sterbezahlen.pdf). Sie versuchte eine Analyse – scheitert anscheinend aber am gleichen Punkt wie ich. Die einzig valide Aussage, welche die Studie treffen konnte ist, dass das Sterberisiko der Infizierten genau dem Standardrisiko der Altersklasse entspricht. Die Todesfälle duch Corona liegen genau auf der Kurve wie die allgemeinen Todesfälle.

Was aber verfügbar ist, ist die Sterberate der Die Sterberate der Vergangenheit ist verfügbar – und da ist etwas erstaunliches zu sehen: Seit 2008 ist die Sterberate in Österreich von 9,0 auf 9,5 im Jahre 2018 gestiegen – das sind 8.594 Personen, die 2018 mehr starben als 2008! (zum Vergleich: Coronatote gibt es 273)
Nur das „rote Wien“ ist wieder anders und hat die Sterberate sogar gesenkt.

Jahr Österr. Bgld Krnt Slzbrg Stmk Tirol Vrlbrg Wien
2009 9,3 10,5 9,9 9,9 8,8 7,9 10,0 7,6 7,1 9,7
2010 9,2 10,7 10,0 9,8 8,8 7,9 9,8 7,7 7,1 9,6
2011 9,1 10,6 9,8 9,8 8,7 8,1 9,7 7,5 7,0 9,3
2012 9,4 11,5 10,3 10,4 9,0 8,0 9,9 7,9 7,4 9,5
2013 9,4 11,2 10,3 10,2 9,3 8,3 9,7 7,9 7,5 9,3
2014 9,2 11,1 10,1 10,0 8,8 8,0 9,7 7,8 7,2 9,0
2015 9,6 11,4 10,8 10,5 9,5 8,3 10,5 8,2 7,8 9,1
2016 9,2 11,0 10,6 10,2 8,8 8,2 10,0 7,9 7,6 8,7
2017 9,5 11,5 10,8 10,4 9,2 8,5 10,4 7,9 8,0 8,7
2018 9,5 11,3 10,9 10,5 9,2 8,4 10,1 8,2 7,9 8,9

Q: STATISTIK AUSTRIA, Statistik der natürlichen Bevölkerungsbewegung. Erstellt am 21.05.2019. Ab 2009 inklusive im Ausland verstorbene Personen mit Hauptwohnsitz in Österreich.

Wo bleibt da eigentlich das Notmaßnahmenprogramm gegen diese Zunahme an Todesfälle seit der Bankenkrise?

Es stärkt sich der Verdacht, dass die Zunahme der Toten Tatsächlich mit den Abbau der Sozialinfrastruktur zu tun haben.

Also: Mißtrauen ist gegen die neoliberalen Regierungen angebracht – auch oder gerade gegen die Zentralverwaltung der EU, von der viele dieser diktatorischen Züge zum Wohle der Wirtschaft ausgehen.

Es bleibt damit in ohnmächtiger Resignatin nur Monty Pythons-Clockwise: „Recht so!“ übrig.

Schimpfen wir auf Orban und bejubeln wir Kurz und Kogler (und ihre getreuen Gefolgschaften) wegen ihrer guten und richtigen Reaktion zusammen mit der umfassender Aufklärung in teuren Zeitungsinseraten – möglichst ganzseitig mit nichts d’rauf!

Was aber stutzig macht ist, dass fast alle Regierungen – bis auf ein paar rechtsgerichtete – bei dieser Art der Staatenlenkung widerspruchslos mitmachen….

Aber macht nichts! Wie sagt Mathias Horx so richtig – nicht grübeln – sich der Veränderung stellen!

Und: Der Führer (und seine Expertinnen und Experten) wird schon wissen was „gut und richtig“ für uns ist – und freuen wir uns, dass wir mit Covid-19 nun eine Erklärung für die schlechter werdenden Lebensbedingungen der unteren Schicht gefunden haben …

8.4.2020, W.Friedhuber (Korrektur am 9.4.2020)

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