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[Graz] Preisgekrönte Architekten mit mutigen Ideen für Krähwinkel

Bloged in Allgemein by friedi Samstag Januar 19, 2019

Die Grazer Stadtregierung stellt mit ihrer kleinkrämerischen Bereicherungspolitik  ein gutes Beispiel für „Krähwinkel at work“ dar. Neben den „unabhängigen Zeitungen“ sind vor allem die Gratiszeitungen ein Sprachrohr für Provinzpossen der Stadtregierung.

Der Herr Bürgermeister – ein Mann, der vor keinem Unsinn zurückschreckt wird immer wenn jemand „mutig“ oder „innovativ“ sagt umtriebig: Seilbahn, Murschifffahrt, Stauwerk, zu breite Straßenbahnen – dem Herrn ist für unser Geld kein Unsinn zu teuer.

Man erinnert sich noch an den Profilanten, der – natürlich mit Nagls Wohlwollen – das Eiserne Tor in eine Bienenstock-Garage umgestalten wollte (leider ist der Schwachsinn auch noch nicht völlig vom Tisch).

Die Gratistzeitung „meine Woche, Graz, meinbezirk.at“ spendiert nun diesem Herrn Architekten eine ganze Seite, wo er uns seine nächste alte Idee unter dem Titel „Mutige Ideen für Graz nötig“ serviert.

Versteht der Herr unter „mutige Ideen“ etwa automatisierte Busse und Straßenbahnen, oder Gratis-Öffies oder selbstfahrende Ruftaxis im Verbund oder irgend etwas was ein bisschen Innovativ wäre?

Oder etwar gar eine Architektur, die in Harmonie und Ästhetik den Flair von Graz steigern würde – oder hat der Herr ev. Ideen, wie er den grottenhässlichen Antennewald auf den Dächern in Graz unter schmucken Abdeckungen unterbringt?

Nein, diese Exponenten einer architektkonischen Profilierugsgesellschaft, die eher darauf spezialisiert sind, Harmonie und Ensembles zu zerstören, versteht Nagls U-Bahn als mutig (eh klar, ev. bekommt er hier einen Studienauftrag oder so..Stroheckers visionäre Ideen können hier erlesen werden).

Es ist also vertändlich, dass der junge Architekt im harten Baugewerbe irgendwie Aufsehen erregen muss um zum Zuge zu kommen. Was aber wirklich zeigt, dass hier mehr der Most (oder ist es eher Schnaps oder Koks?) der Ideengeber ist zeigt die Argumentation, die auch noch öffentlich abgedruckt wird!

Wäre da kein Schnaps im Spiel, hätte Herr Strohecker vermutlich eine kleine Zensur beantragt.

Die Argumentationskette in seinem ganzseitigen Artikel (nicht als Werbung gekennzeichnet, sondern als „Lokales“ ausgewiesen) mit viertelseitigem Portrait von ihm wird so argumentiert:

„Einen Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel begrüßt der International tätige und ausgezeichnete Architekt selbstverständlich“ (Übersicht der Auszeichnungen) Nachdem er so gezeigt hat, dass er wirklich die mutige Ideen hat und den öffentlichen Verkehr auszubauen, detailliert er diese und unterlegt die Ideen mit Argumenten.

„‚Aber bitte nicht schienengebunden‘, betont er. Das sei im Verhältnis zum Nutzen zu teuer und zu unflexibel. Daher sei eine unterirdische Führung unabdingbar.“

Ja da lauern jede menge Innovationen. Da wird es verständlich, dass der Zukunftsgestalter Hr. Nagl auf den Plan aufspringt. Eine unterirdische Bahn, ohne Schienen und billiger als eine Straßenbahn und dazu noch flexibel! Ja da stecken mutige Ideen dahinter!

Der mutige Ideengeber hat auch gleich rationale gute Argumente gegen etwaige Einwände gegen diese mutigen und innovativen Lösungen: „Dagegen sein ist zu wenig, man muss auch Lösungen anbieten“.

Meine Darstellung der mutigen Ideen des Architekturpreisträgers könnte ev. auch als Nörgeln aufgefasst werden, daher will ich zeigen dass ich diesen innovativen, mutigen Ideen folgen kann und Lösungen einbringen.

Eine unterirdische Seilbahn – die vereinigt alle Vorteile: Billig weil nicht schienengebunden, billig, weil nicht oberirdisch und vollständig flexibel (weil Seil) – und: Wenn man gläserene Gondeln macht, kann man Wand, Decke UND Boden als Werbefläche vermieten. Der Betrieb trägt sich dann fast von selbst.

Da kann ich nur sagen: Hr. Nagl – bitte das Steurgeldbörsel gezückt und den Bauauftrag an Hr. Strohecker übergeben. Er brauch eine weiteren Preis für seinen Mut – und eine unterirdische Seilbahn mit gläsernen Gondeln, das wäre doch mutig und eben nach der Kalkulation des Herrn Diplomingenieurs sicher auch billiger als ein paar Gleise.

Wer die mutigen Originalideen nachlesen will:
Woche Graz, 16.Jänner 2019, S.4.

Graz, 19.1.2019, W. Friedhuber

 

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