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[Graz] Die Selbstherrlichkeit der Stadtverwaltung

Bloged in Allgemein by friedi Sonntag November 18, 2018

In Graz kann seit der Regentschaft von Siegfried Nagl erlebt werden, warum die Gesellschat immer mehr polarisiert wird. Hat sich in Graz doch eine „Baumafia“ unter der Führung des ÖVP-Bürgermeisters und mit Unterstützung von kleinbürgerlichen FPÖlern praktisch die Stadt angeeignet.

Dieses unglückselige Dreigestirn „Baumafia – selbstherrliche ÖVP – kleinkrämerische FPÖ“ zerstört alles, was das Glück hatte, die Zeit zu überdauern.

Dies erhebt die Fragen: Haben Menschen, die keine Kapitaleigner oder Bau-Spekulanten sind, kein Recht auf Umwelt? Darf ein Bürgermeister in grenzenlosem Selbstverwirklichkeitswahn wirklich den Lebensraum für alle Menschen zerstören – nur weil eine bürgerliche Schicht im Moment davon profitiert (diese Egomanen zerstören dabei das, was sie im Augenblick vermarkten).

Gestützt von Architekten, die ihre Alpträume für die Menschen umsetzen, wird abgerissen, was organisch ist – allen voran die Grünflächen. Es wird betonier, betoniert – und das planlos! Hauptsache die Betonkubatur stimmt!

Graz hatte das Glück, die Zeiten mit relativ geringen Kriegsschäden überstanden zu haben – jetzt beginnt man sich schön langsam einen Bombenteppich zu wünschen, wenn die Bauphantasien der Spekulanten wirklich umgesetzt werden!

Dieser Wahnsinn an Stadtzerstörung erfolgt dabei auf Kosten aller Bürger zum Nutzen einiger Profiteure und zur Selbstbeweihräucherung von Selbstdarstellern.

Verbauung des Pfauengartens, Zerstörung des Murbiotops, Zerstörung historische Bausubstanz, Zerstörung von Grünraum, man könnte weinen!

Aber das ist den Egomanen in der Stadtregierung nicht genug: Seilbahnen durch und um die Stadt – je unsinniger ein Projekt ist und je teurer, desto mehr wollen sie es.

Der Schuldenstand der Stadt steigt dabei unaufhörlich. Das kümmert aber die Herren des Betons wenig: Bestehendes wird umgebaut und umgebaut und umgebaut. Dabei ziemlich planlos. Auch hier: Hauptsache das Bauvolumen stimmt. Die Beispiele wären zahllos. Als letzter Streich in der Stadt ist der neuerliche Umbau um das Rathaus geplant. Die Straßen wurden zwar erst vor relativ kurzer Zeit gestaltet – aber nun will die Schickeria erneut ein anderes Fußgänger- und Schanigarten- Flair.

Der Umbau erfolgt dabei meist so unangepasst, dass er höchsten ein, zwei Jahr hält (siehe die Pflasterung am Hauptplatz und bei der Straßenbahn in der Herrengasse). Dem Rathaus scheint jegliches Fachwissen abhanden gekommen zu sein: Sie pflastern für eine Fußgängerzone und erlauben dann tonnenschweren LKWs die Zufahrt. Diese zerstören das Pflaser nahezu sofort (Hauptplatz – Ecke Sporgasse).

In der Stempfergasse ist dieser verantwortungslose Umgang mit der Stadt deutlich sichtbar: Es wurd die gepflastete Straße aufgegraben – die Pflastersteine weggeworfen und Asphalt eingefüllt. Nun zieht sich ein Asphaltband durch die Straßenpflasterung. Hauptsache die Kasse der Baufirma stimmte. Eigentlich wäre die ausführende Firma für so ein Vorgehen schadensersatzpflichtig. Aber nicht in Graz! Das ist den Bürgerlichen so was von egal! Da wird eben dann wieder ein Sanierungsprojekt auf Kosten der Bürger aufgesetzt und nochmals kassiert!

Dringliche Problem werden dafür nicht angegangen: Die Ampelregelung in Graz funktioniert schlechter als in Zeiten, wo dies mittels Releais gesteuert wurde. Auch hier zählt mehr der Gag als der Zweck! Induktionsschleifen, Verkehrsrechner, flexible Ampelregelungen, die sich an das aktuelle Verkehrsaufkommen anpassen – alles Fremdwörter für die Stadtregenten. Da ist ja kein Betonvolumen im Spiel, da kann man sich auch architektonisch kaum profilieren!

Wegeplan, öffentlicher Verkehr, Feinstaub – alles uninteressant für Nagl & CO. Alle Menschen, die nicht Kapitalprofiteure oder Touristen sind, haben anscheinend in Graz nichts mehr verloren! Die neuen Stadtteile werden entweder als Spekulationswohnungen, Hotels und Nächtigungsunterkünften oder als Ansiedlung für Zuwanderer hochgezogen. Die Menschen die in Graz leben, sollen am besten verschwinden – die braucht die Nagl-Truppe nicht. Diese Habenichtse haben kein Recht auf eine lebenswerte Stadt. Nach Vorstellung dieser regierenden Kleinbürger (im schlechtesten Sinn des Wortes) dient die Stadt nur ihren Profiten: Autobusse, Touristen, Hotels und Gasthäuser – das brauchen sie! Vorstädte, wo sich Architekten austoben können – ja! Unsinnige Projekte – möglichst mit großem Bauvolumen – da lässt sich Profit machen.

In der stadteigenen Propagandazeitung „derGrazer“ lässt sich Siegfried Nagl mit der Aussage „Wir wollen in der Wahrnehmung die kreativste und modernste Stadt Österreichs sein“ (derGrazer, 18.Nov.2018, S.33) zitieren – das sagt alles!

Die Lebensrealität der Menschen interessiert diesen Frontman der Spekulation in keiner Weise! Was Graz so lebens- ud liebenswert macht(e) ist eben, dass sie die von jedem Geschmack befreite Moderne relativ unbeschadet überstanden hat. Was andere Städte – etwa Linz – versuchen, mit viel Geld herzustellen – Graz hatte es geschenkt bekommen. Nagl zertrümmert es, damit seine Freunde Profit machen!

… und damit zurück zur Eingangs erwähnten Frage: Haben Besitzlose in der modernen (Verweis zu Nagl) Demokratie kein Recht auf Lebenswelt mehr?

Ich glaube wenn es nach den Menschen geht, die Graz regieren ist die Antwort klar: Nein!

Graz, 18.11.2018, W.Friedhuber

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