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Die Herren der Welt und die bedeutungslosen Proleten

Bloged in Allgemein by friedi Dienstag Februar 20, 2018

Graz hat einen Herrscher. Er heißt Siegfried Nagl. Er vertritt die Mehrheit der Profiteure und agiert ganz in deren Sinn. Leider leben in Graz auch noch Menschen. Menschen für die Graz noch Lebenswelt ist. Die haben nun bei Nagl und Co nichts mehr zu sagen! Herr Nagl ist die Mehrheit!

Die Wirtschafts-Lobby, für die er arbeitet, weiß in ihrer kleinbürgerlichen Begrenztheit genau, wie sie ihre Einkommen auf Kosten aller steigern kann: Bauvolumen! Bauvolumen! Und Realitätenspekulation! (ein altes Mafia-Konzept).

Ob das Stadtzerstörung, Bodenspekulation, Vermarktung der Kulturgüter oder Aneignung des Lebensraumes der Öffentlichkeit ist: Die Projekte werden gegen jegliche Vernunft durchgezogen!

Argument: Die Mehrheit will es!

Nur um es klar zu sage: Die Wirtschafts-Lobby und ihr Satrap hat NICHT die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich! Die ÖVP und die FPÖ zusammen sind von 30,35% der stimmberechtigten Bevölkerung gewählt worden (siehe auch: Grazer Wahl). Die ÖVP – also die Macht hinter Nagle – hat gerade einmal 21,38% Anteil an den Stimmen der Wahlberechtigten. Da von einer Mehrheit zu sprechen, wirft ein deutliches Licht auf die Gesinnung dieser Provinz-Pfeffersäcke. Sie verfügen über eine Mehrheit von eigenen Gnaden! Nicht jedoch über eine zustimmende Mehrheit der Bevölkerung.

Und um es noch klarer zu sagen: Selbst wenn die Mehrheit für den Unsinn ist, die den Herren in ihrer Selbstherrlichkeit vorschwebt: Die Minderheit hat in einer Demokratie genauso das Recht berücksichtigt zu werden – überhaupt dann, wenn es um Lebensraum geht!

Herr Nagl hat ja auch einmal groß davon gesprochen, in Graz die Bevölkerung bei allen wichtigen Entscheidungen mitreden zu lassen. Damals war sich der Herr Geschirrhändler noch nicht ganz sicher, ob nicht KPÖ oder SPÖ stärker werden. Nun, da über den geschickten Agitateur Hr. Kurz und über den rosstäuscheränhnlichen Nationalrats-Wahlkampf die rechte Gesinnung mit ihrer Burschenherrlichkeit im Aufwind ist, da braucht man sich nicht mehr zu verstecken – noch dazu, wo man über die Finazmittel der Bevölkerung verfügen kann und somit die Propaganda vollständig dominiert.

Da kann man die Mur zerstören – weil man es eben kann! Da kann man Graz zerstören – weil man es eben kann! Und vor allem: Kurze zeit können sich die „richtigen Leute“ da auch noch etwas finanziell holen. Ob das das unsinnige Olympia-Projekt ist, ob das der Straßenbahnkauf, die Murstaustufe, ob das die sogenannte Straßenbahnentflechtung oder die Tiefgarage am Eisernen Tor ist (fast hätte ich das idiotische Seilbahnprojekt vergessen) – je blöder und teurer, desto besser! Hauptsache Beton und Investitionsvolumen – mit Gewinnmöglichkeit für die schwarzen und blauen Hintermännern (ich nenne hier absichtlich keine Frauen, um nicht die Hoffnung, dass es die nicht besser machen, komplett zu zerstören – obwohl Frau Rücker es einem da schwer gemacht hat – aber Frau Kahr ist da noch ein Hoffnungsschimmer).

In der heutigen Österreich Zeitung lässt nun ein Nicht-Grazer Funktionär, Herr ÖOC-Präsident Karl Stoss, seine undemokratische Herrschaftsmeinung zum Besten geben: „Wenn ein Politiker von einem Volk mehrheitlich gewählt wird, dann kann und soll er seine Visionen umsetzen“ (Österreicher, 20.Februar, 2018, S. 14). Erklärend wird noch dazugesetzt: „Immerhin hätte es weder für Paris 20124 noch für Los Angeles 20128 Befragungen gegeben“ (ebd.). Herr IOC-Vizepräsident Juan Anatonil Samarach würde es ja auch begrüßen und wie der Herr Vize noch versichert: „Organisatoren würden kein finanzielles Risiko tragen“ (ebd.). Danke! Danke Herr Funktionär! Danke dass das Risiko ausschließlich beim Steuerzahler über Landeszuschüssen liegt. Danke dass die Zerstörung unseres Lebensraumes durch unsinnige Bauprojekte für die Organisatoren kein finanzielles Risiko ist.

Bei solchen Ansichten frage ich mich schön langsam, wann die Nicht-Vertretenen (in Graz immerhin fast 44% der Wahlberechtigten) zum nassen Fetzen greifen und diese, meist mehrheitlich aus Steuertöpfen finanzierten Herrenmenschen beim Tor hinaus jagen.

In dem Punkt haben nämlich Herr Nagl, Herr Stoss usw. recht: Solange man sie agieren lässt, können sie sich anmaßen was sie wollen!

Graz, 20.2.2018, W.Friedhuber

PS.: Wie tüchtig die ÖVP-Verwaltung arbeitet kann auch bei den Förderungen mitverfolgt werden (Bsp).

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