Was wir brauchen: Eine Friedenspolitik
Die neoliberale Industrielogik treibt die Welt immer weiter in eine sinnlose Kriegssituation lediglich um Gewinne einiger weniger zu ermöglichen.
Dieser Weg ist nicht nur inhuman und zynisch sondern treibt im Endeffekt auch die Kriegstreiber selbst in den Abgrund.
Leider spielen dabei Europa und auch Österreich mit. Europa mit dem Programm Re-Arm Europe und Österreich mit seinem Aufrüstungsprogramm. Dabei sind beide Programme ohne praktikable Logik da die realen Bedrohungsszenarien fehlen.
Ja! Für einen großen Krieg gegen USA oder Russland ist Europa nicht gerüstet. So ein Krieg wäre auf jeden Fall eine Katastrophe – mit oder ohne starkem europäischen Militär (je stärker die Rüstung da wäre, desto größer wäre die Katastrophe). Aber für ein friedliches Europa reicht die aktuelle Bewaffnung bei Weitem um Grenzkonflikte oder kleine Vorstöße abzuwehren.
Was aber Europa wirklich fehlt, ist eine Friedenspolitik, die Konflikte diplomatisch löst. Dies gilt auch oder gerade für den Ukrainekonflikt.
Dieser Krieg hätte vermieden werden können, wäre man auf die russischen Sicherheitsbedürfnisse eingegangen. Selbst 2021 war Russland noch für einen friedlichen Weg offen. Aber die US-Geführte NATO wollte sich nach Osten ausbreiten – was auf russischer Seite Bedenken auslöste. Und dann kamen die ukrainischen Nationalisten, die brutal gegen die russischstämmige Bevölkerung im Donbass vorgingen – was 14.000 Menschen im Donbass das Leben kostete. Der Maidan-Putsch 2014 (siehe Radio&TV), der auch vom Westen mit-orchestriert war (siehe INFOSperber), eskalierte die Situation dann endgültig.
Dies führte dazu, „dass am 23. Februar 2022 Donezk und Lugansk nach Artikel 51 der UNO-Charter Russland um Hilfe baten, nachdem sie zuvor von Russland als Republik anerkannt, einen Freundschaftsvertrag abgeschlossen und schließlich die Parlamente von Donezk, Lugansk sowie Russland den diesbezüglichen Vertrag ratifiziert hatten (Grund für die Intervention: ‚Responsibility to Protect‘)“ (M. Galliker, D. Weimer: Warum wird Kriegspolitik unterstützt. In: Bruder (et all) Militarisierung der Gesellschaft Wien: Promedia, 2025, 190).
Selbst zu diesem Zeitpunkt wären diplomatische Lösungen möglich gewesen (siehe Berliner Zeitung, 9,9,2024) – etwa den Donbass Autonomie zu gewähren. Statt dessen wurde vom Westen alles auf Krieg gebürstet (siehe NZZ, 7.3.2024) und Russland seine Militäroperation startete und in die Ukraine einmarschierte.
Nun befindet sich die halbe Welt im Aufrüstungswahn und im Kriegszustand. Der Friedensnobelpreisträger EU redet von „kriegstüchtig“ werden und auch in Österreich schickt man Soldaten in die Schulen, um die Kinder für Militär und Krieg zu begeistern.
Das ist der falsche Weg!
Die Kinder sollten für den Frieden begeistert werden. Man sollte Psychologen, Ethiker, Friedensbewegte in die Schulen schicken, um den Kinder Konfliktlösen per Verhandlungen zu lehren. Ihnen Ambiguitätstoleranz und Verständnis von abweichenden Meinungen beizubringen. Ihnen den Zusammenhang von Imperialismus, Ausbeutung und Krieg aufzuzeigen. Den Kindern klar machen, dass Kriege ein anachronistisches, grausames – ja dummes Mittel zur Konfliktlösung ist. Schließlich haben wir Menschen eine Technologiestufe erreicht, bei der wir mit unseren Waffen mehr Schaden anrichten als der Krieg nutzen könnte. Die moderne Welt ist so vernetzt, dass wir, um Wohlstand zu haben, auf friedliche Handelsbeziehungen angewiesen sind. Der Krieg USA-Israel gegen den Iran zeigt uns das aktuell täglich.
Einzig ein paar Eliten im Militär-Industriellen-Komplex und in hohen Regierungsämtern profitieren. Diese Regierungen sind es auch, welche die Kriege vom Zaun brechen. Sie sitzen meist an sicheren Orten währen die gewöhnlichen Menschen Wohnung, Gesundheit und Leben verlieren. Diese Zusammenhänge sollte man den Kindern an den Schulen beibringen. An abschreckenden Beispielen wäre unsere Geschichte ja ohnedies reich genug.
Aber anscheinend sind diese schrecklichen Erfahrungen in den europäischen Ländern nicht mehr virulent genug. Gerade in den Eliten scheint Krieg zu einem Gesellschaftsspiel mutiert zu sein. Selbst Sozialisten, die einst eine Friedensbewegung waren, haben hier den Focus verloren. „Wolfgang Borchert wäre wohl aus allen Wolken gefallen, hätte er mitgekriegt, dass einst ein sozialdemokratischer Verteidigungsminister zur Kriegstüchtigkeit Deutschlands aufrufen würde“. (A. Bernhard: Zur Notwendigkeit einer Pädagogik der Kriegsuntüchtigkeit“. In: Bruder (et all) Militarisierung der Gesellschaft, 211)
Dabei gäbe es zur zeit die Chance für Deutschland, die Drohungen Donald Trumps ernst zu nehmen und die NATO samt Atomraketen aus Deutschland hinauszuwerfen. Es wäre ein Schritt zu einer friedlicheren Welt.
Graz, 5.4.2026, W. Friedhuber

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