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Ärzteproteste – Diskussionsanregung

Bloged in Diskussion,Systemalternativen von friedi Mittwoch Dezember 5, 2012

Meinungssammlung zu Ärzteproteste als Anregung zur Meinungsbildung; angeregt von Elmir.

Die Haltung der Medien ist bekannt:

Nur einer von vier Befragten findet aktuelle Initiative gerechtfertigt – Kammer droht weiter mit Streik

Wien – Die Bevölkerung hat laut einer Oekonsult-Umfrage wenig Verständnis für den Kampf der Ärztekammer gegen die Gesundheitsreform: Die aktuelle Inseratenkampagne „Mein Arzt/Mein Spital ist weg“ findet nur jeder vierte sympathisch, gerechtfertigt und unterstützenswert, über 77 Prozent meinen sogar, dass die Initiative das Ansehen und positive Image der Ärzte beschädigt.(http://derstandard.at/1353207973584/Bevoelkerung-hat-wenig-Verstaendnis-fuer-Aerzte-Kampagne#forumstart)

Oder: Ärzteprotest: Das Gegenteil bewirkt (http://derstandard.at/1353207976437/Aerzteprotest-Das-Gegenteil-bewirkt).

Kein Wunder, wird sie, – die Bevölkerung doch auch kaum aufgeklärt. Eben heute war im sogenannten Qualitäts-Funk (Ö1 Morgenjournal siehe: http://oe1.orf.at/programm/321897 ) der Patientenanwalt Gerald Bachinger am Wort, der gegen die Ärztedemo wortreich aber faktenlos polemisierte. Logische Konstrukte wie (sinngemäß): “Es ist ja die Aufgabe der Politik Alternativmodelle zu entwickeln, die dann diskutiert werden – darum müsse die Reform nun rasch durchgezogen werden” kamen dem guten Mann ohne zu stottern über die Lippen. Dass das “Programm” ist, zeigt sich auch daran, dass die “kritischen” Journalisten, die von keiner Peinlichkeit bei Befragungen zurückschrecken, wenn es ihnen befohlen ist (siehe Interview Strohnach, Dörfler, auch Darabos) hier keinen Ansatzpunkt zur Nachfrage fanden.

Bei dieser gezielten Kampagne der Massenbeeinflussung – ich meine hier NICHT die Ärzte – sollte eine etwas differentere Diskussion starten.
Angestoßen per Mail durch den unermüdlichen Elmir soll dies hier geschehen.

Ich beginne als Auftakt mit meine private Meinung (W. Friedhuber):

… auch wenn bei den Ärzten viel Reichtumsstreben mit im Spiel ist, sie sehen die Marschrichtung der Diktaturen (entschuldige: parlamentarischen Vertretungen) klar: Reduktion der medizinischen Betreuung für die Bevölkerung; Erfassung der persönlichen Lebensweisen und Lebensrisiken um die Daten im 2. Schritt dazu zu verwenden, immer mehr Versicherungsleistungen auszuschließen.

Natürlich geht das auch auf das Geschäft der Ärzte – mindert aber auch die Versorgung der Patienten.

Man muss zur Zeit eigentlich sagen: Alles was von einer Regierung kommt, muss abgelehnt werden, wenn man kein Kapitaleigner ist. Und jeder Protest gegen diese Kürzungspolitik ist zu begrüßen.

Auch gibt es ev. gibt es noch die Möglichkeit, diese Egomaninnen und Egomanen der Politikerkaste in ihren aus Sachzwängen errichteten „Führerbunkern“ durch Proteste zu erreichen und zu einer anderen Politik zu bewegen.

Die Regierungen regieren schon fast ausschließlich für eine dünne Oberschicht gegen eine breite Schicht der Besitzlosen – der Medizinbereich ist da – da dem Sozialsektor zuzurechnen – einfach der nächste Schritt der Politik gegen die „Nutzlosen und Minderleister“.

Der Weg ist klar: Bildung nur für wohlhabende, Pensionen nur für Kapitaleigner – und konsequenter Weise natürlich: Medizinische Versorgung nur für die kapitalbesitzende Schicht. Bei den anderen erledigt sich das Pensionsproblem dann ohne große Gesetzgebung ….

Und: auch die medizinische Versorgung wird dazu hergenommen, die Länderautonomie abzubauen und eine zentrale EU-Diktatur zu schaffen…..

(W.Friedhuber)

Der „Arzt“ aus Linz

Die Antwort des „Arzt“ aus Linz auf eine Anfrage Elmirs:

[…] super und herzlichen dank, dass sie sich mit ihrer frage direkt an uns ärzte wenden!

Meine antwort: positiv dazu stehen, denn so wie es derzeit aussieht geht es in richtung verstaatlichte billigmedizin und dabei bleiben vorallem die patienten auf der strecke.

Schon heute merken wir in linz bzw oö, wo die gesundheitsreform ohne ärzte beschlossen wurde, wie patienten herumgeschoben werden, lange auf spitalsbetten warten, die ordinationen überfüllt sind und so die menschen schlechter versorgt als noch vor 5 jahren sind. Viele ordinationen werden nicht mehr nachbesetzt, dafür die spitalsambulanzen ausgebaut- in denen meist die anfänger agieren und die wartezeiten unmenschlich werden

Dafür gibt es einen dritten direktionspostenposten in der gespag- Gesundheitsholding der spitäler, dies ist die frühere sekretärin des landeshauptmannes……

die oögkk hat ein plus von 180 mill euro und die bei patienten werden zb transportable sauerstofflaschen abgelehnt- kosten 200 euro im monat- ohne die die betroffenen nicht auf die strasse gehen können, ebenso wartezeiten von 5 mo auf rollstühle….kein mri mehr für Frauen, obwohl deren mütter und schwestern in jungen jahren an einem brustkrebs verstorben sind!

leider ist immer der der tenor: die ärzte wollen nur mehr verdienen, haben eh schon genug, jeder fährt einen bmw etc. kein mensch interessiert sich für das auto eiunes juristen, wirtschaftlers,….

Wussten sie, dass wir ärzte mit kassenverträgen mit honorarlimit arbeiten? Ab einer bestimmten untersuchungsanzahl oder auch scheinzahl wird nur noch 40% des meist ohnehin sehr niedrigen tarifes bezahlt! Gynäkologen bekommen ultraschalluntersuchungen, nur in 10% bezahlt!!

Das alles führt auch eher zur quantität als zur qualität. Dabei haben wir eine facharztdichte in OÖ wie im tiefsten busch…..so ist natürlich aber gewährleistet, dass die honorarlimits entsprechend ausgeschöpft werden. Dazu das wahlarztsystem auch günstig für die diversen kassen, es wird vom patienten ein selbstbehalt von 20% einbehalten…

Aber natürlich sind auch wir ärzte gefordert und ich meine, da gäbe es auch einiges zu tun, wie etwa eine rundum versorgung mit entsprechenden diensten an WE und feiertagen…. Mehr zeit für die einzelnen patienten…endlich müsste eine kostenwahrheit in das gesundheitssystem! Brauchen wir wirklich 33 verschieden krankenkassen mit allem rundum in einem land mit 8 millionen einwohnern???

Der apparat und das system sind träge und wie immer in den letzten 30 jahren, die ich in diesem system arbeite würde ich überrascht sein, würde sich was zum besseren wenden!!!

Liebe grüße aus linz

 

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