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[Österreich] Wird nach Silberstein und SPÖ nun auch die ÖVP „israelisiert“?

Bloged in Allgemein,Krise von friedi Freitag September 6, 2019

Österreich und die Steiermark intensivieren ihre Wirtschaftskontakte zu Israel. Anscheinend wird auch allgemein der Einfluss der israelischen Startups in der österreichischen Politik größer.

War im letzten großen Wahlkampf die leidige Silbersteinaffäre in der SPÖ eine Erscheinung der dubiosen Art, so scheint es nun einen Nachschlag zu geben. Nachdem die saudumme Schreddergeschichte nicht richtig gezündet hat, kommt nun das nächste Kaliber: Eine angebliche Hacking-Attacke auf die ÖVP-Zentrale.

Zentraler Aufdecker, lt. ORF ist ein Herr Avi (Avihai) Kravitz, den die Zeitschrift Wina als „Cyberagenten“ bezeichnet. Seine Firma CyberTrap (Firma in Wienerneustadt) ist lt. Wina eine der führenden Unternehmen im IT-Security-Bereich der Täuschungstechnik. Diese Firma ist ein Startup, das Sicherheitstechnik vermarkten will.

Es ist also auch denkbar, dass der aktuell gemeldete Einbruch in die ÖVP-Computer  einerseits als Teil einer Wahlkampagne und anderseits als glückliche Möglichkeit für ein Startup-Geschäft genutzt wird. Das Zusammentreffen mit dem Wahlkampfauftakt ist eine Zeitverknüpfung, die zu Vermutungen anlass gibt.

Der Aktuelle Fall könnte dabei beiden beteiligten Parteien nutzen: Dem jungen Startup und der neuen ÖVP. Jack Wagner, CEO der Firma Cybertrap, sieht das für seine Firma jedanfalls so: „Durch die PR, die CyberTrap durch das Engagement durch die ÖVP erhält, hofft Wagner, könnte man vielleicht künftig auch in Österreich mehr Kunden bekommen.“ (https://www.trendingtopics.at/cybertrap-so-funktioniert-das-startup-das-den-oevp-hack-analysiert/)

Das Startup-Unternehmen hat bereits Niederlassungen unter anderen in Deutschland und der Ukraine – ist also bereits internatinal tätig. Wagner weist darauf hin, dass dies internatioale Streuung für die Geschäfte der Firma von Vorteil sind. „Für die junge Firma hat sich dabei ein interessanter neuer Markt aufgetan: Vietnam. ‚Das ist ein attraktiver Markt, den wir seit Anfang des Jahres erschließen‘, sagt Wagner. ‚Es gibt dort viele Hacking-Aktivitäten, weswegen die Banken dort ein erhöhtes Sicherheitsbewusstsein haben.'“ (ebd.)

Es könnte aber genausogut sein, dass diese Internationalität gerade erst die Bedrohungslagen eröffnen. Bedrohungen, gegen die man sich dann teuer schützen muss. In den Medien wird aktuell die Vermutung getätigt, dass der Angriff auf die ÖVP aus Russland kommo – wieso nicht aus Ukraine oder Vietnam…? Jedenfalls: Israel gilt als Technologieführer im Gebiet der Sicherheits- und Überwachungstechnik.

Die enger werdenden Wirtschaftsbeziehugen zu israelischen Startups wären hier vorteilhaft. Israel und seine Startups sind seit längerem spezialisiert auf die Vermarktung von Bedrohungsszenarien (siehe auch: „Surveillance and Control in Israel/Palestine: Population, Territory and Power“ herausgegeben von Elia Zureik, David Lyon,Yasmeen Abu-Laban oder „The Global Making of Policing: Postcolonial Perspectives“ herausgegeben von Jana Hönke, Markus-Michael Müller“)
Im Literaturverzeichnis beider Bücher ist auch ein Hinweis auf einen Artikel der Jerusalem Post aus dem Jaher 2007 von einem Avi Kravitz (https://www.jpost.com/Business/Business-News/US-homeland-security-market-beckons), der auf die Vermarktung dieser Sicherheitsbedürfnisse hinzielt. Es könnte sich bei den eigenartigen Vorfällen in der österreichischen Innenpolitik um eine Win-Win-Situation handeln: Umsatz für die Startups – Wahlstimmen für die Partei.

Auffällig ist jedenfalls die Richtung in die die Österreichischen Kampagnen gehen, auffällig ist der Zeitpunkt von solchen Ereignissen und auffällig ist auch die stärkerwerdende Zusammenarbeit mit israelischen Startups und Kampagnenleitern in der Politik.

Das lässt den Verdacht wachsen, dass sich österreichische Politakteure ausländischer Firmen bedienen um innenpolitisch Unsicherheit zu erzeugen. In unsicheren Zeiten scharen sich die Verunsicherten um den starken Mann. Alternative Strömungen können so wirksam verhindert werden.

Graz, 6.9.2019, W. Friedhuber

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