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[Mureck][Friedensplattform] Kundgebung gegen „Sicherheitscamp“ im Grenzland

Bloged in Protest by friedi Montag Dezember 17, 2018
Als Protest gegen die Errichtung eines „Sicherheitsscamps“ durch die „International Security Academy – Israel“ in Mureck rufen wir zur Kundgebung auf am:

Mittwoch, 19. Dezember 2018 – 11:30
am Röckseeweg vor dem Hotel Villaggio Fabiani 
in 8480 Mureck/Misselsdorf, Steiermark, Österreich

https://www.facebook.com/events/829632587428333/?active_tab=about

Die Kundgebung ist wie folgt begründet:

Friedensorganisationen lehnen Sicherheitstrainings durch Israelische Privatfirma in Mureck strikt ab.

Der von Mirca David, einem hohen Offizier des israelischen Geheimdienstes, 1987 gegründete private Sicherheitsdienst „International Security Academy – Israel“ (kurz ISA – Israel) plant am Röcksee in der südsteirischen Stadtgemeinde Mureck ein „Sicherheitscamp“ zu eröffnen.*
Dort sollen Zivilpersonen in einem eigenen „First Responder-Ausbildungsprogramm“ in Selbstschutztechniken trainiert werden. Die Gewöhnung an den Umgang mit Kleinwaffen und Schießtrainings sind fixer Bestandteil des Programms.
Als ideologische Basis des Geschäftsmodells wird angegeben, dass „die Welt von Tag zu Tag gefährlicher wird“ und daher „primär die Zivilbevölkerung Europas besser auf die ‚modernen‘ Katastrophen der Jetztzeit vorbereitet werden soll“.
Ganz offensichtlich geht es darum, in der Bevölkerung vorhandene diffuse Ängste aufzugreifen, zu verstärken und profitabel zu bewirtschaften.
Mureck wurde wohl auch nicht zufällig als Standort des Ausbildungscamps gewählt. Anscheinend glaubt man, im steirisch-slowenischen Grenzraum besonders gute psychosoziale Voraussetzungen zur Perfektionierung privater Rambo-Mentalitäten ansprechen und viele Kunden gewinnen zu können.

Das Ausbildungsprogramm wird aber nicht zur Hebung des Sicherheitsgefühls in unserer Bevölkerung beitragen, sondern das genaue Gegenteil bewirken. Ein Streben nach gewalttätiger Wehrhaftigkeit verstärkt unterbewußt ein Gefühl der Existenz großer und allgegenwärtiger Gefahren: „Weil ich mir ja keine Pistole zulegen müsste, wenn ich nicht stark bedroht wäre!“.

Auch wird eine derartige Förderung von individuellen Ängsten problematische gesellschaftliche Folgen nach sich ziehen: Angstphantasien verengen das Bewusstsein auf das vermeintlich Bedrohliche. Gewaltfreie Lösungen für tatsächlich bestehende Probleme werden verdrängt. Aus sozialpsychologischen Studien wissen wir, dass sich hinter Gewaltbereitschaft und hinter einem demonstrativ zur Schau getragenen Machismus ein hohes Maß an Ängsten verbirgt. Ängstliche Menschen sind politisch leicht beherrschbar und anfällig für autoritäre Gesellschaftssysteme.

Für alle in Österreich lebenden Menschen Sicherheit zu gewährleisten, ist eine unerläßliche Kernaufgabe des Staates. In Österreich unterliegen die dafür bereitgestellten Institutionen der parlamentarischen Kontrolle. Unter dem Diktat neoliberaler Ideologie hat sich die Öffentliche Hand in den letzten Jahrzehnten aus manchen sicherheitsrelevanten Handlungsfeldern zurückgezogen. Diese Verantwortung noch stärker an profitorientierte Privatfirmen abzugeben, untergräbt das Vertrauen in die staatlichen Institutionen. Was jetzt noch als Stärkung der individuellen Wehrhaftigkeit erscheint, kann in naher Zukunft die Basis sein für die Bildung privater, ideologisch ausgerichteter Bürgerwehren.

Wir wollen keinen Import von problematischen Mentalitäten und „Sicherheitstechnologien“, die von von israelischen Geheimdienstleuten und Armeeangehörigen in der jahrzehntelangen brutalen Unterdrückung des Freiheitswillens des palästinensischen Volkes entwickelt wurden.

Aus friedenspolitischen Gründen lehnen wir das Sicherheitscamp in der Südsteiermark strikt ab.

Es ist undenkbar, dass der eng mit israelischen Armee und den dortigen Geheimdiensten kooperierende private Sicherheitsdienst seine Aktivitäten ohne Absprache mit dem unserem Innenministerium planen konnte.

Wir fordern Innenminister Herbert Kickl auf das Camp unverzüglich zu schließen!

Die steirische Friedensplattform
Frauen in Schwarz/Wien
Antiimperialistische Koordination/Wien
Palästina Solidarität Steiermark

*Presseaussendung

Wir haben auch eine Petition gegen das Camp erstellt:

https://mein.aufstehn.at/petitions/kein-israelisches-sicherheitscamp-in-der-steiermark/

Kurzbericht Flugblattverteilung im Grenzland

Zwei AktivistInnen der Steirischen Friedensplattform haben gestern in Mureck, Radkersburg und Leibnitz die Information über die geplante Errichtung eines israelischen „Sicherheitscamps“ in Mureck unter die Bevölkerung gebracht.
Tatsächlich wussten viele BewohnerInnen – sogar in Mureck – noch nicht darüber Bescheid. Ihre Reaktionen reichten von ungläubigem Kopfschütteln bis hin zu einer klar ablehnenden Haltung.
Eine Dame meinte: „Wir haben einen kleine, aber feinen Tourismusbetrieb hier in Mureck. Es kann dafür nicht förderlich sein, wenn sich solche Einrichtungen ansiedeln.“
Mehrere Leute äußerten Bedenken darüber, welche Personen so ein Camp nach Mureck bringen würde. „An Rambos haben wir keinen Bedarf“, hieß es.
Ein Herr sagte:“Ich bin sicher, unser Bürgermeister wird dagegen was unternehmen. Wir brauchen das hier nicht. Es gibt keine Bedrohungen.“
Viele Leute, mit denen wir gesprochen haben, vertrauen auf ihre politischen VertreterInnen vor Ort. Wir haben auch mit ihnen gesprochen und unsere Meinung deponiert.

Was feststeht ist, dass die geplante Einrichtung einer eingehenden Prüfung unterzogen werden muss. Die Errichtung einer Schießstätte bedarf zahlreicher Auflagen. Es wird zu klären sein, ob die vom Betreiber erfüllt werden.

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