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[ISO] Afghanistan: Wir hatten nicht die geringste Ahnung … [KleineZeitung] Libanon: Das korrupte Spiel …]

Bloged in Allgemein,Krise by friedi Montag August 23, 2021

2 erhellende Artikel zur aktuellen Weltpolitik:

  • ISO: Das stümperhafte gewaltsame Vorgehen in Afghanistan
  • Kleine Zeitung: Skizze der Korruption im Libanon

An beiden Krisenherden ist die westliche Welt – allen voran die USA – Mit-Verursacher – und die Liste könnte noch beliebig verlängert werden. Europa spielt dabe immer unrühmlich mit.

ISO: „Wir hatten nicht die geringste Ahnung von dem, was wir taten“

Es war die Chronik einer angekündigten Niederlage. Nach dem Abkommen über den Abzug der NATO-Truppen im Feburar 2020 hatte die Bundeswehr eineinhalb Jahre Zeit, ihre Heimkehr zu planen. Dass sie damit bis zur letzten Minute gewartet hat und deshalb jetzt das Leben hunderter afghanischer Ortskräfte gefährdet […]. Und dass jetzt wieder das Geschacher anfängt, wer die vielen Flüchtlinge aufnehmen soll, die 20 Jahre Krieg erst geschaffen haben – das ist menschenverachtend und zeigt, wie geheuchelt die Werte sind, die die Verantwortlichen  ständig vor sich hertragen.

[…]

Die Vereinigten Staaten hatten angekündigt, sich im September 2021 aus Afghanistan zurückzuziehen, ohne eines ihrer „Befreiungs“-Ziele erreicht zu haben: Freiheit und Demokratie, gleiche Rechte für Frauen und die Vernichtung der Taliban.( https://intersoz.org/wir-hatten-nicht-die-geringste-ahnung-von-dem-was-wir-taten )

Weiters schildert der Artikel anschaulich, wie abgehoben die Besatzer agierten und wie unrealistisch die Annahmen waren.

Zum Artikel: ISO

KleineZeitung: Das korrupte Spiel der Eliten wird dem Libanon zum Verhängnis

Einen ähnlichen Einblick in die lokalen, korrupten Vorgänge, welche die Länder in Armut und Chaos stürzen, liefert ein Artikel in der KleinenZeitung vom Sonntag, 22. August, 2021. (siehe auch: https://www.kleinezeitung.at/politik/aussenpolitik/6023492/Pulverfass-Libanon_Das-korrupte-Spiel-der-Eliten-wird-dem-Libanon).

Auch hier wird ersichtlich, wie Weltmachtinteressen am Ende ein blühendes Land – Libanon galt als die Schweiz des Nahen Ostens – in ein menschenunwürdiges Chaos gestürzt wurde. Begonnen hat der Untergang mit dem arabisch-israelischen Krieg 1948 – gefördert wurde die Armut durch hausgemachte Korruption und extreme soziale Ungleichheit. Bis zuletzt bereichern sich einige Wenige noch auf Kosten der Übrigen – was die Lage immer mehr verschlimmert.

„Misswirtschaft, Währungskrise und Korruption sind dafür verantwortlich, dass auch der Libanon zu einem brandgefählrliche  Pflaster geworden ist“ (KleineZeitung, Sonntag, 22. August 2021, S.12 f.).

Staatlich subventionierte Produkte (etwa Benzin) zusammen mit einem Filz von einigen wenigen gewinn-maximierenden Privatfirmen – im Zusammenspiel mit einer korrupten Verwaltung ruinieren das Land (siehe: ebd.).

KleineZeitung 22.8.21 S.12

Libanon .- Seite12

KleineZeitung22.8.21, S.13

LIbanon.- Seite13

Schlussfolgerung

Auch wenn die aktuellen Zustände – etwa im Libanon – den lokalen Vorgängen zugeschrieben werden können, sollte man nicht vergessen, dass an der Destabilisierung der Region die „westliche Welt“ ganz wesentlich beteiligt war – beginnend mit der Suez-Krise über den Kriegen mit Israel, über die Vorgänge in Iran, Irak und Syrien – wo überall heftigste westliche Interessen ursächlich beteiligt waren – von Libyen ganz zu schweigen.

Wir hier in Europa, in Österreich sollten, wenn wir den Menschen in den Krisen schon nich helfen wollen, doch zumindest berücksichtigen, dass auch bei uns sich so ein Wirtschaftssystem, das auf Eliten, auf Bereicherung auf Kosten der Gemeinschaft  abzielt breit macht.

Auch bei uns wird das Sozialsystem zugunsten von Gewinnlukrierung weiter eingeschränkt  – auch bei uns steigt die Förderung der Wirtschaft zu lasten der sozial Schwachen – etwa Pensionisten. Gesundheitssystem, Schulsystem, Universität – alles wird dem ökonomischen Prinzip der Gewinnmaximierung geöffnet (unter kräftiger Förderung dieses Weges durch die EU).

Wobei als „Leistung“ dieser Wirtschaft heute gilt, was früher „Wucher“ war. Preise werden nicht nach Herstellungskosten und Gewinnspanne berechnet – sondern nach dem Prinzp des höchst erreichbaren Markpreises. Die „Produktion“ wird dabei immer virtueller – ein Paket von Schuldverschreibungen gilt als „Finanzprodukt“ – oder der unverschämt teure Verkauf von Markennamen oder Internetadressen gilt als „Leistung“. Das sind Wege, die „nach Libanon“ führen – ebenso die gerade von der Regierung Kurz angestrebte Spaltung der Bevölkerung in Leistungsträger und Schmarotzer – in Gesinnungsunion mit menschenverachtender Flüchtlingspolitik (wer Menschen im Mittelmeer ersaufen lässt, hat auch keine Skrupel, das mit Staatsbürgern zu machen).

Wir sollten rechtzeitig dafür sorgen, dass diesen neoliberalen Profiteure die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Andernfalls könnten wir bald in afghanischen oder libanesischen Zuständen aufwachen … verschuldet nicht von ein paar Zuwanderern – sondern von alt-eingesessenen Profiteuren.

Graz, 23.8.2021, W.Friedhuber

Kommentare	»
  1. einleitend zitiere ich wikipedia:

    „Seit Ausrufung des Nachbarstaates Israel befindet sich Libanon im Kriegszustand mit Israel. Im Jahr 1958 kam es zur Libanonkrise zwischen pro-westlichen Christen und nationalistischen Muslimen in der Zeit des Kalten Krieges. Danach stabilisierte sich das Land unter Präsident Fuad Schihab (Chéhab) und seinem Nachfolger Charles Helou durch eine weitgehende soziale, politische und wirtschaftliche Reformpolitik, die als Chehabismus (Schihabismus) bezeichnet wird. Wegen seiner wirtschaftlichen Stabilität und politischen Neutralität (1949–1969) wurde der stark westlich oder französisch geprägte Libanon in den 1950er und 1960er Jahren auch als „Schweiz des Orients“ bezeichnet. Die Hauptstadt Beirut galt bis 1984 sogar als „Paris des Nahen Ostens“. Das Frauenwahlrecht wurde 1953 eingeführt.“

    das debakel im libanon hat nach dem 6 tagekrieg angefangen……die franzosen haben es durchgesetzt, dass die plo 1970 nach dem schwarzen september in der gesamtheit in den libanon versetzt wurde, was dort spannungen gebildet hat, bis die regierung mit hilfe von israel die mitglieder der plo nach algerien verfrachten konnte. das land kam jedoch nicht mehr zur ruhe.

    als im november 1987 in gaza die erte intifada angefacht wurde, da gab es sofort in algerien solidarische aktionen, die das land richtung extremismus driften ließen. in diesem raum gibt es natürlich enge wechselwirkungen, nämlich über alle staaten hinweg.

    sollte der westliche versuch der beeinflussung der politik im iran betrachtet werden, das absetzen von mossadegh durch briten und amerikaner, das stützen des schahs bis zur rückkehr von khomeini und die folgen davon, dann kann man unschwer die folgen davon für den libanon negieren…

    dazu wieder ein zitat aus wikipedia :

    „Die Hisbollah entstand im Verlauf verschiedener Spaltungen der politischen Bewegungen der Schiiten im Libanon. 1974 organisierte ein schiitischer Geistlicher, Imam Musa as-Sadr, eine Bewegung der Unterprivilegierten, die deren soziale Lage verbessern sollte. Diese Bewegung entwickelte sich später zur wichtigsten politischen Partei des Libanon, die sich Amal nannte. Im libanesischen Bürgerkrieg 1975 bis 1990 baute die Bewegung eine eigene Miliz auf, die Amal-Miliz. 1978 verschwand Musa as-Sadr jedoch in Libyen, und die zunächst führungslose Partei geriet unter Einfluss Irans, das gerade in seiner islamischen Revolution den Schah Reza Pahlavi abgesetzt hatte. Im Verlauf des Bürgerkriegs radikalisierten sich Teile der Amal. 1981 spaltete sich die Islamische Amal ab, wenig später unter Führung von Mohammad Hussein Fadlallah die Hisbollah.
    Im Jahr 1982, kurz nach dem israelischen Einmarsch in den Südlibanon, griffen nach einer vom Ajatollah Chomeini ausgerufenen Fatwa zugunsten der schiitischen Milizen iranische Truppen aktiv in den libanesischen Bürgerkrieg ein. Die etwa 1500 Pasdaran (Revolutionsgarden), die zunächst in der Scheich-Abdullah-Kaserne in Baalbek stationiert waren, sollten die islamische Revolution nach iranischem Vorbild in den Libanon exportieren (Revolutionsexport).“

    der mediale versuch des „westlich“ orientierten mainstreams unter vorgabe eines arabischen frühlings in syrien den assad zu stürzen, mit miltärischem eingreifen von franzosen, briten und amerikanern, was den widerstand der russen hervorgerufen hat, zeitigt natürlich fatale folgen für den libanon

    Trackback by kurt strohmaier 23. August 2021 14:18

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