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Wikipedia Deutschland aus Protest gegen Uploadfilter einen Tag abgeschaltet

Bloged in Allgemein by friedi Donnerstag März 21, 2019

Erstmals in ihrer fast 18-jährigen Geschichte ist die deutschsprachige Wikipedia für einen Tag lang nicht zu erreichen. Auch die Wikipedia-Autoren in drei anderen Ländern protestieren auf diese Weise gegen Uploadfilter. (zum Artikel)

Kommentar Friedi zu den Vorgängen um das Internet (eher persönlich gehalten):

Das Internet und auch das WWW wurden von der demokratischen Community für die demokratische, freie Community aufgebaut!  Ein gleichberechtigter Informationsaustausch aller Netzteilnehmer war von Anfang an das Ziel. Das HTTP-Protokoll wurde gerade mit Hinblick auf diesen freien Zugang so festgelegt.

Sogenannte proprietäre Protokolle, also Kommunikationskanäle zwischen Rechenmaschinen mit spezieller Codierung hat es ja von Anfang an gegeben. Die Industrie und die Wirtschaft haben diese eigenen Kanäle auf ihre Kosten betrieben. Nun, da das Internet beginnt seine vollen Vorteile für alle Bürger zu zeigen, will sich Industrie und Wirtschaft diese, nicht von ihnen errichtete Infrastruktur aneigen. Mit bevorzugten Kommunikationsströmen und mit Zensurmethoden soll zwar der vermarktbare Datenaustausch erhalten bleiben, aber die freie Meinungsäußerung eingeschränkt werden.

Dazu wird und wurde von Anfang an gegen die innovativsten Netz-Dienstleister gehetzt.

Ich oute mich hier mit folgender Aussage:

Das 21. Jahrhundert hat (seine Möglichkeiten für die einfachen Menschen betreffend) nur in wenigen Bereichen begonnen. Einige dieser wenigen Bereichen ist gerade das Internet mit den Dienstleistungen

  • Wikipedia
  • Youtube
  • Googel
  • Amazon

Hier war Kreativität und Kundennutzen im Vordergrund. Ja! Ich führe Googel und Amazon mit an – obwohl gerade gegen diese Firmen massiv gehetzt wird.

Aber wer hat den etwa den europäischen Universitäten verboten Suchmaschinen wie etwa Googel zu etablieren und kostenfrei zur Verfügung zu setellen? Warum werden die Bücher, deren Urheberrechte längst abgelaufen sind, nicht von staatlichen Stellen gescanned und zur freien Verfügung ins Netz gestellt (siehe google-books). Warum sind selbst die von Steuermittel bezahlten Institutionen national und europaweit nicht interessiert, irgend einen Nutzen ohne Gegenleistung zu bieten? Google hat das gemacht. Google hat dann auch einen Nutzen gezogen. Manche meinen: Zu unrecht. Aber wer macht denn die Gesetze, die Steuerflucht emöglichen. Diese Gesetzgeber hetzen dann, wenn die geschaffenen Steuerlöcher von Institutionen genutzt werden, an die der Gesetzgeber nicht gedacht hat.

Ähnliches bei Amazon: Lokal (in Graz) sinkt das Warenangebot immer mehr: Nur mehr große Ketten der Bekleidungsindustrie sind vor Ort. Andere lokale Händler erzählen mir immer nur, was sie alles NICHT führen und warum. Ganz anders Amazon: Bestellen und ich bekomme die Ware! Von weltweiten Lieferanten – auch aus China – meist sogar mit geringen oder gar keinem Porto! Niemand würde andere – etwa lokale – Händler hindern ebenso einen solchen Service zu bieten.

Statt dessen: Kein Sortiment, teuer und kaum der Wille, etwa zu besorgen!

Statt dessen: Der Ruf nach Beschränkungen der Internetdienste.

Statt dessen: Großes Jammern, dass das Internet ….

Nun: Ich würde lieber lokal einkaufen gehen – allein schon wegen der Haptik beim sichten der Waren. Aber wenn ich erst an die Peripherie zu einem der großen Einkaufszenter fahen muss, dann ist das Internet näher …

Und nun zu Youtube: Das ist ein Medium, wie man es sich nur erträumen kann! Offen! Plural! Alternativ und Informativ. Selbst die unselige Werbung, die man leider zulässt kann diesen Nutzen nicht vollständig zerstören! Dass dieses Medium die klassischen Medien wie Staatsrundfunk verdrängt ist klar! Diese plurale Meinungsvielfalt will ja kein dirigistisches Medium – egal ob Zeitung oder Staatsfunk oder auch alternativer Sender – bringen. Überall bei diesen, unter einer Leitug stehenden Institutionen gibt es einen Interessensfokus. Nicht so bei Youtube! Ich kann mir vom kindlichsten Blödsinn bis zur seriösen Vorlesung oder bis zur agitierenden Propaganda tatsächlich ein breites Informationsangebot holen – und das noch kostenfrei. Ebenso kann ich selbst als „Verleger“ tätig werden – also Demokratie und Pluralismus in Reinkultur! Das ist 21. Jahrhundert!

Dass diese Freiheit des Pöbels die Herrscher stört ist verständlich. Dass diese Damen und Herren Eliten zensurieren wollen ist nachvollziehbar – sollte aber unbedingt verhindert werden. Es werden ja auch schon die diversen Verhinderungsgeschütze in Stellung gebracht:

  • Kampf der Radikalisierung
  • Schutz des Urheberrechts

Bei Verhetzung und Radikalisierung wäre einmal zu klären. was das bedeutet. Natürlich, wenn die unzensurierten Berichte über Betrug (etwa VW, oder in der Steuerhinterziehung) ungeschönt verfügbar sind, wenn die Berichte über ertrinkende und verhungernde Menschen praktisch „live“ erlebbar werden, so führt das zu einer Radikalisierung der vertretenen Meinung – aber das sollte es auch – und natürlich ist eine gewisse Hetze gegen Menschengruppen, die diese Zustände verursachen oder Zulassen darin zu sehen – aber auch das ist notwendig. Die Radikalisierung zum Terroranschlag ist aber nicht über das Internet möglich!

Ein friedfertiger Mensch wird nicht zum Gewalttäter, nur weil er ein paar Steuerhinterzieher oder Umeltzerstörer sieht! Auch die Tötungsviedos des Islamischen Staats haben hauptsächlich dazu geführt, dass sich die Menschen mit Grausen von dieser Bewegung abwendeten (bis auf die Menschen, die auch ohne Internet schon schwere psychische Störungen hatten). Die Radikalilisierung zum Gewalttäter erfolgt über die erlebten Lebensumstände, über Hoffnungslosigkeit, über Ohnmacht, über Ignoranz, über Armut – und gegen diese Faktoren wird mit staatlichen Kampagnen kaum vorgegangen – eher im Gegenteil: Die, die Internetzensur fordern, sind meist auch die, die eine weitere Spaltung der Bevölkerung betreiben: Kürzen der Sozialhilfe, errichten von Grenzsperren, Ausbeutung – sie schaffen also die Wurzeln der Gewalt. Jener Gewalt, die, wenn sie ausbricht dann als Argument für Zensur verwendet wird ….

Auch die Urheberrechte als Argument für Zensur dient nur der Bereicherung von einigen wenigen und nicht dem Schutz von kreativ Schaffenden. Institutionalisierte Schreiber – etwa UNI-Professoren, oder etablierte Verlage sehen iher Einkünfe schwinden, das die Information nun auch anders besorgt werden kann. Dort wo die Unterhaltungsliteratur schon reagiert hat und die Werke relativ günstig anbietet, ist die Fachliteratur (die Großteils ohnedies in staatlichen Institutionen oder in subventionierten Projekten entsteht) noch sehr teuer im Original. Größtenteils, weil die Verlage ihre Margen haben – sie müssen ja auch die Zensoren zahlen – also die Qualität sichern. Wenn jemand also seine Ergüsse nicht der Allgemeinheit kooperativ zur Verfügung stellen will, so kann er ja zu einem der klassischen Zeitschriften oder Fernsehsender gehen und dort versuchen sein Zeug zu verkaufen. Das ist auch bisher so und bleibt auch so.

Aber im Internet soll es aufgrund dieses Verlagsargument keine Zensur geben! Das Internet brauch keine Qualitätssicherung. Jeder soll sich auch seine falsche Meinung bilden dürfen. Internet braucht keine Zensur! Auch nicht für Hass-Postings, nicht für Alternativ-Meinungen und auch nicht über die Drohkeule der Urheberrechtsverletzung. Jegliche Zensur, auch die über Rechtsanwaltsdrohungen ist abzulehnen und unzulässig. Urheberrechtsklagen sollen, wenn überhaupt, nur dort möglich sein, wo ein kommerzieller Verwertung der dezidierten Leistung erfolgt – nicht aber im frei verfügbaren Internet – auch nicht, wenn kopierte Beiträge aus urheberrechtlich geschützen Publikationen im Netz stehen. Ja selbst dann nicht, wenn in kopierten Clips Werbung geschaltet und so indirekt Geld lukriert wird. Der Grund für diese radikale Forderung nach freier Publikation von veröffentlichten Inhalten ist dabei ein zwei-facher:

  1. ) Es dient der Meinungsbildung in der Demokratie auch für Randgruppen.
  2. ) Die Konsumenten dieser Kopien würden sich das Original kaum kaufen (können)

Wenn da etwa die Musikindustrie vorrechnet, wievie ihr an Raubkopien, freien Downloads usw. an Umsatz entgeht so sagt diese Industrie nicht dazu, dass sie ohnedies schon (unberechtigt) bei jedem Drucker, bei jeder leer-DVD mitverdient. Sie sagt nicht dazu, dass iher Käuferschicht ja finanziell nicht in der Lage sein kann jedes neue Spiel, jedes neue Lied und jede neue DVD zu kaufen – das Internet hier also eher Verkaufsfördernd als Selektion in einem Produktiüberangebot wirkt – und sie sagt nicht dazu, dass gerade das restriktiver Vermarktungsverhalten durch die Industrie die „illegale“ Verbreitung fördern. DVDs je nach Marketingkonzept nicht erscheinen oder verkürzt oder verspätet erscheinen zu lassen – die Werbung dafür aber bereits zu starten, führt eben dazu, dass sich gewisse Kreise das Beworbene dann anderswo anschauen. Diese Industrie sagt auch nicht dazu, dass sie Technologievorteile nicht, dafür aber Nachteile voll weiter gibt. DVDs sind häufig praktisch nur halb voll – vor allem Musik-DVDs. Kopieren ist meist nicht möglich und bei Beschädigung ist kein Austausch gewährt – meist ist auch kein Nachkaufen möglich, da nach Vermarktungskonzept das Produkt nicht mehr verfügbar ist.

Falls die EU-Kommission glaubt, über Urheberrechtsbegründungen die freie Information im Internet beschränken zu müssen, so sollte man tatsächlich bedenken, dass beim Internet das Kosten-Nutzunvrhältnis eher umgekehrt ist: Die professionellen Vermarkter müssten für die Nutzun des Internets viel zahlen, denn sie nutzen hier einen Raum, den sie nicht aufgebaut haben. Dies sage ich ganz bewusst auch in Richtung auf die staatsnahen Medien wie etwa in Österreich der Österreichisch Rundfunk, der sich in das Internet drängt und dann damit allgemeine Gebühren fordern will, weil ja dann jeder mit Computer diese Information ansehen kann, zeigt die Perversion der Argumentation. Den Rundfunk hat niemand eingeladen am Internet präsent zu sein. Wenn er seine Programme der Community zur Verfügung stellt – fein! Aber daraus dann Gebührenberechtigungen abzuleiten: Nein!

Graz, 21.3.2019, W.Friedhuber

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