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[Wien][Frauen in Schwarz] Mahnwache Frauen in Schwarz Wien, 28.9.2019, 15:00 – 16.30 Uhr

Bloged in Allgemein,Protest von friedi Donnerstag September 26, 2019

28.9. 15:00: Graben / Ecke Kohlmarkt 1010 Wien

Der Abriss, die brutale Zerstörung von hunderten palästinensischen Häusern / Wohnungen durch Israel

Am 22. Juli 2019 schickte die israelische Regierung 900 Soldaten und Grenzpolizisten sowie Bagger, Sprengstoff, Abrissbirnen etc. zum Abriss von 13 Wohnblocks, 70 Wohnungen in Sur Baher / Wadi Al-Hummus, Ost Jerusalem. Begründung: Sicherheitsrisiko, die Häuser seien zu nahe an die von Israel illegal errichtete Mauer gebaut worden, die eindeutig auf palästinensischem Land aufgezogen wurde.

Fakt ist jedoch, die Häuser befanden sich auf palästinensischem Gebiet (Zone A), das unter palästinensischer Verwaltung steht.

Hunderte Menschen wurden obdachlos.

Die Abrisse in Wadi Al-Hummus sind nur ein Beispiel von vielen unmenschlichen Hausdemolierungen, die in diesem Jahr erschreckend zunahmen. (So werden Beduinendörfer in der Wüste Negev seit Jahren regelmäßig dem Erdboden gleich gemacht.)

Seit 1948 wurden ca. 140.000 palästinensische Häuser und Wohnungen systematisch zerstört, 52.000 während und nach der Nakba, 55.000 nach 1967 in den Besetzten Palästinensischen Gebieten. 99% all dieser Abrisse haben nichts mit Sicherheitsgefahr oder Gesetzmäßigkeit zu tun.

Man muss sich vor Augen halten, dass Palästinenser 40% der Jerusalemer Bevölkerung ausmachen, aber nur Zugang zu 8% Bauland haben, und selbst da werden routinemäßig keine Baubewilligungen erteilt. So wurden mehr und mehr vielstöckige Wohnblocks dicht gedrängt auf dem wenigen zur Verfügung stehenden Bauland errichtet. Eben auch jene, die diesen Sommer von Israel abgerissen wurden. Vielen weiteren droht die Demolierung.

Die zivile Verwaltung der Besetzten Palästinensischen Gebiete wird über die Militärverwaltung abgewickelt. Es gibt ca. 2.000 militärische Verordnungen, die eigene Gesetze bilden (was gegen die Vierte Genfer Konvention verstößt!). Die Verordnungen sind in Hebräisch verfasst und der palästinensischen Bevölkerung nicht zugängig. Das erklärt, warum die Bewohner von Wadi al-Hummus erst sehr spät davon unterrichtet wurden, dass ihre Wohnungen verbotener Weise errichtet wurden.
Die zivile Verwaltung hat bereits angekündigt, dass ihre „Arbeit“ in Wadi al-Hummus noch nicht beendet ist.

Quelle: Jeff Halper Twitter in The Nation, 6. August 2019
Lesen Sie dazu den Originalbericht: https://www.thenation.com/article/israel-occupation-palestine-housing-east-jerusalem/

Jeff Halper ist Leiter des „Israel Committee Against House Demolitions (ICAHD)
Buchempfehlung: War Against People, Jeff Halper, Verlag Pluto Press, England

Siehe auch: Pako-Infoblatt Juli 2019, Palästinakomitee Stuttgart, palaestinakomitee-stuttgart.de – facebook.com/PaKo.Stuttgart

GAZA – WIE LANGE NOCH?

Vor fünf Jahren, nach dem dritten israelischen Angriff auf den Gazastreifen, veröffentlichte die „UN-Konferenz für Handel und Entwicklung“ (UNCTAD) im September 2015 einen Bericht, in dem mit folgenden Worten angekündigt wurde: „Dem neuen UNCTAD-Report zufolge, könnte der Gazastreifen infolge des Konflikts von 2014 und der anhaltenden Rück-Entwicklung in weniger als fünf Jahren unbewohnbar werden“. Gleich mehrere existentielle wichtige Bereiche drohten in absehbarer Zeit zu kollabieren: die öffentliche Infrastruktur, die Ökonomie, der Arbeitsmarkt sowie vor allem die Lebensmittel- und Wasserversorgung.

Allein während des israelischen Überfalls im Jahr 2014 sind ein Viertel der Bewohner Gazas obdachlos geworden; 20.000 Gebäude sind zerstört oder schwer beschädigt worden, darunter 148 Schulen, 15 Krankenhäuser, 45 Gesundheitszentren, 247 Fabriken, 300 Handelszentren sowie das einzige Kraftwerk in Gaza. Wenig konnte seither wieder aufgebaut werden, besonders wegen Israels Blockade von Baumaterial. Die Arbeitslosigkeit hat mit 44 Prozent einen neuen Höchststand erreicht. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf ist seit 1994 um ein Drittel gesunken. Rund drei Viertel der Haushalte sind von Ernährungsunsicherheit betroffen. Rund die Hälfte der Bewohner Gazas sind auf die Nahrungsmittelverteilung durch UN-Hilfswerke angewiesen.

Besonders dramatisch ist die Lage der Trinkwasserversorgung. Die einzige Quelle Gazas für das überlebensnotwendige Nass ist der Küsten-Aquifer, der auch infolge des Bevölkerungswachstums vollkommen überlastet ist. Rund 95 Prozent des aus dieser Quelle stammenden Süßwassers könnten nicht ohne aufwendige Zusatzbehandlung als Trinkwasser genutzt werden.

Den aus Perspektivlosigkeit und Verzweiflung weiter gehenden Freitags- demonstrationen (March of Return) entlang des israelischen Grenzzauns begegnen die israelischen Soldaten / Scharfschützen immer noch mit unangemessener Brutalität. Immer noch gibt es wöchentlich dutzende Verletzte und auch Tote.

Erst Anfang September halbierte Israel die Stromlieferungen an Gazas einziges, nur teilweise funktionierendes Kraftwerk. Solche immer wiederkehrenden Kollektivbestrafungen (angeblich wegen Raketenbeschuss) gefährden das Leben der Zivilbevölkerung noch mehr. Es betrifft die Gesundheitsversorgung, Schulwesen, Wasserversorgung und Abfallentsorgung und Vieles mehr.

Ebenfalls Anfang September wurde bekannt, dass Israel Länder sucht, die bereit wären, Flüchtlinge aus Gaza aufzunehmen („The Times of Israel“, 19. August 2019) Es mutet absurd und fast höhnisch an, ein Land, das den Großteil der ursprünglichen Einwohner vertrieb, über Gaza seit 12 Jahren eine Blockade verhängt, will den Palästinensern von Gaza zur Migration verhelfen! Diese Vorgehensweise kann nur als Variante ethnischer Säuberung bezeichnet werden.

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Empfehlenswerte Webseiten

www.gisha.org – Legal Centre for Freedom of Movement

www.pacbi.org – Palestinian Campaign for the Academic & Cultural Boycott of Israel

www.imemc.org – International Middle East Media Centre

http://palsolidarity.org/ – International Solidarity Movement

www.ochaopt.org – Office for the Co-ordination of Humanitarian Affairs in the Occupied Palestinian Territories

www.jewishvoiceforpeace.org – Jewish Voice for Peace

www.palestinemission.at – Die Vertretung des Staates Palästina in Österreich

www.btselem.org – The Israeli Information Center for Human Rights in the Occupied Territories

www.kibush.co.il – Israeli Website mit Nachrichten und Kommentaren über die Besatzung

www.mondoweiss.net – Independent website about developments in Israel/Palestine & related US foreign policy

https://electronicintifada.net/ – Independent online news publication focusing on Palestine

www.dci-pal.org – Defence for Children International-Palestine Section

Frauen in Schwarz (Wien) auch auf Facebook: https://www.facebook.com/fraueninschwarzwien/

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