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[Graz] Bürgerliche Baulobby zerstört Schritt für Schritt das Wesen von Graz

Bloged in Allgemein by friedi Samstag Oktober 27, 2018

Lange Zeit war Graz ein Sonderfall unter den Städten in Österreich: Alte Adelsfamilien und Armut verhinderten die Zerstörung der Stadt durch neureiche Bauwut. Leider ist das nun vorbei. Es herrschen bürgerliche Krämerseelen und wildgewordene Baulobbies in Verbund mit profilierungssüchtigen Architekturbüros – und die kennen keinen Pardon!

Zerstört wird, was schön, geschmackvoll und Schützenswert ist. Ich will hier nicht die bekannten Vandalenakte der Fa. Kastner und Öhler wieder auflisten oder das Kommodhaus u.v.a. merh – die aktuelle sommerliche Zerstöraktion im Kleinen reitzt mich aber, mein Schweigen zu brechen.

In der Tradition der rücksichtslosen Verwertung des Pfauengartens durch die Baumafia reiht sich nun das nächste Sündengebilde ein.

War schon das Kulissendepot bei der Oper beim Bau ein Streitfall, der aber mit dem Versprechen, den Blick auf die Oper frei zu halten von den damals noch vorhandenen Feingeistern geschluckt wurde, wurde nun auch dieses Versprechen gebrochen.

Grazer Oper

Haltestelle vor der Oper

Wurde in den 1980er noch versucht, die optische Präsenz des Hauses, das ja ursprünglich allein in einem Park stand (kann man in Zagreb noch bewundern) zu erhalten und daher die Straßenbahnhaltestelle vor der Kreuzung, abseits des Hauses zu bauen, so ist nun eine andere Generation am Werk: Direkt vor dem Opernhaus werden die Wartehäuschen gestellt.  Ich weiß nicht welcher Architekt oder Stadtplaner sich da verewigen will (alles traue ich dem bürgerlichen Bürgermeister den doch nicht alleine zu, weil einer allein …). Jedenfalls ist es ist wieder ein Bruch des Versprechens, den Charakter der Stadt und seine Gebäude zu schützen und in der Stadtgestaltung sorgsam umzugehen.

Die Alibibäume, die nun auf der Warteinsel installiert wurden, weisen eher auf ein Profilierungsmuster der Stadt-GRÜNEn hin Auch ist die Haltestellenausführung nun für die Straßenbahnbenützer so unpraktisch wie die zuvor schon in der Annenstraße erprobte, was auch eine GRÜNE-Frabe zu tragen scheint. Vollends wird meine Vermutung der GRÜNE-Profilierug aber von den Alibi-Bäumchen auf der Warte-Insel in der Straßenmitte getragen. Das traue ich eigentlich dem Herren Geschirrhändler nicht zu! Dafür ist der doch ein bisschen zu Geerdet.

Nicht nur, dass die Bäumchen in keiner tiefen Erde stehen – also im Wurzelbereich kaum Entfaltungsmöglichkeiten haben, nein: Auch der Höhenwuchs hat durch den Straßenbahn-Fahrdraht seine absehbaren Grenzen.

Vermutlich sind das wieder Bäumchen nach grazer Schema. Die Bäumchen werden gepflanzt und dann, ca. 1 Monat danach in ca. 1 Meter Höhe abgeschnitten. Das wurde zuvor schon am Jakominiplatz (siehe Jakominiplatz) erprobt und später am Sonnenfelsplatz angewendet.

Am Sonnenfelsplatz kann man die Stümpfe noch bewundern. Am Jakominiplatz hat noch ein feingeist der alten Schule dafür gesorgt, dass er als Baumpate nicht der Pate einer Leiche ist. Herr Dr. Mitter hat seinen Einfluss geltend gemacht, damit die Stadt die abgeschnittenen Bäumchen ersetzt (Danke Herr ehem. Rektor Dr. Mitter, der zweite Baumpate war ein ehem. ÖVP-Grande, der inzwischen anscheinend nichts mehr zu sagen hat).

Sollten die Bäumchen auf der Haltestelleninsel wider Erwartens stehen bleiben, sind sie an dieser Stelle wiederum ein Verstoß gegen das Versprechen, den Blick auf das Opernhaus nicht zu verstellen.

Wie man sieht, ist eine bürgerliche Regierung – gebildet aus Schwarz-Blau gemischt mit Grüner Kreativität – in der Lage überall um teures Geld die schlechteste Lösung zu realisieren.

Aber macht ja nichts: Nächstes Jahr will die Baumafia ja auch wieder eine Großbaustelle haben – und ein neuer Architekt (oder auch Architektin – die sind inzwischen genau so Hemmungslos wie ihre männlichen Profilanten) will sich profilieren – und Stadt?

Was solls? Diese Städte werden doch alle früher oder später ein Trümmerhaufen!

Graz, 27.10.2018, W.Friedhuber

PS.: Wer sehen will, was architektonische Geschmacksstörung ist, der sehe sich bitte an, wie die Hauptbibliothe der Karl-Franzens-UNI in eine organische Horrorvision verwandelt wird (natürlich um viel viel Geld, siehe: Umbau).

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