LINKEstmk 

  LinkeStmk | YouTube | Stmk gemeinsam | Grazer BI | Volksbegehren | Petitionen

Maßnahmen gegen den hybriden Krieg

Bloged in Allgemein by friedi Samstag August 1, 2026

Anscheinend gibt es trotz Meinungslenkung und Zensur in Europa immer noch zuviele Menschen, die den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine nicht allein den Russen in die Schuhe schieben wollen.

Um nun diese russenschuld-relativierenden Kritiker den Wind aus den Segeln zu nehmen gehen die europäischen Kriegsbefürworter (in Deutschland und Österreich) nun von der reinen Diffamierung als „Putinversteher“ über zur Faktenaufklärung – sprich sie gehen dazu über, die Argumente der „Putinversteher“ als Irrmeinungen und Fehlinformationen darzulegen. Der „Putinversteher“ ist naiv, dumm und fehlinformiert.

Ein Beispiel für diese Methode schuldrelativierende Argumente durch „Fakten“ als naive Fehlmeinungen aufzuzeigen ist etwa Dr. Klaus Gestwa von der Universität Tübingen. Dr. Gestwa ist Professor für osteuropäische Geschichte. Mit diesem Wissen über die Historie Osteuropas und Russlands will er im YouTube-Beitrag  „Thesencheck: Diese 8 Behauptungen über den Krieg in der Ukraine sind falsch“  Klarheit und die falschen Thesen aus der Welt schaffen.

Dr. Gestwa stellt dabei 8 Thesen auf, von denen er behauptet, dass diese Thesen von den „Putinverstehern“ geglaubt werden :

    • 01:46 – These 1 – Die NATO hat Russland bedroht – Putin musste sich verteidigen.
    • 06:52 – These 2 – Die Ukraine gehört historisch gesehen zu Russland.
    • 13:38 – These 3 – Niemand kann genau sagen, was Putin will.
    • 18:53 – These 4 – Die Ukraine ist kein demokratischer Staat, sondern wird vom Westen und von Oligarchen gesteuert.
    • 22:36 – These 5 – Die Krim und der Donbas gehören historisch gesehen zu Russland.
    • 30:17 – These 6 – Wer Waffen liefert verlängert den Krieg.
    • 36:56 – These 7 – Russische Medien lügen auch nicht mehr als westliche.
    • 41:56 – These 8 – Die Ukraine und der Westen hätten den Krieg längst über Verhandlungen beenden können

“ (die Zeiten beziehen sich auf den YouTube-Beitrag Dr. Gestwa, YouTube)

Ich will hier nicht auf die einzelnen Thesen eingehen – sondern nur die Art der Argumentation kritisieren. Diese Argumentation unterstellt den Menschen, die Verhandlungen statt Krieg fordern, dass sie geschichtlich völlig ahnungslos sind, dass sie der russischen Propaganda auf den Leim gegangen sind – kurz und gut, dass ihre Haltung auf Unwissen beruht.

So argumentiert Dr. Gestwa mit Bezug auf die historische Zugehörigkeit (These 2) mit einem Argument, das außer Historikern (und ev. Putin oder Selenskij) kaum jemand interessiert. Was die friedensbewegten Menschen interessiert ist aber eher der Umstand, wie das Schießen durch Verhandlungen beendet werden kann – gleichgültig was der Kiewer-Rus ist war oder sein wird.

Dass die Aussagen der russischen Führung zeigen, dass sie die NATO als Bedrohung empfindet, wird als Propagandatrick Russlands dargestellt. Mag sein –  auch hier: Interessant ist eher, was in Verhandlungen angeboten werden sollte, um den Krieg zu beenden.

Ähnlich wie Dr. Gestwa argumentiert etwa auch der Militärökonom Marcus M. Keupp in seinem Buch „Spurwechsel„. Auch Keupp argumentiert damit, dass die westlichen Menschen bei der Betrachtung Russlands von einer tiefen Unkenntnis der eurasischen Historie ausgehen. Keupp ist in Punkto Krieg in seiner Argumentation radikaler als Gestwa: Er geht davon aus, dass Putin das russische Imperium wieder herstellen und damit den Krieg über die Ukraine hinaus tragen will. Aber auch bei ihm: Wie Europa zu einem friedlichen Verhältnis zu Russland kommen soll, ist nicht sein Thema.

Neben diesen Beispielen von „Faktencheckern“ basierend auf der Historie hat sich auch noch eine zweite Schiene von Aufklärern etabliert. Als Beispiel dafür sei etwa ZIB erklärt genannt.

Diese Schiene, die auch vom österreichischen Bundesheer in der Form von Oberst Markus Reisner vertreten (siehe Von grünen Männchen, den fünf Bären, Trollen und Wegwerfagenten) wird, will zeigen, dass Russland uns schon längst angreift.

Alle Vorkommnisse wie Drohnen, Schweineköpfe vor Moscheen usw. sind das Werk von sogenannte „Wegwerfagenten“ – also von Menschen, die von Russland bezahlt werden, um den Wehrwillen des Westens zu stören. Ziel dieser Aktionen ist es einerseits Sabotage und Schaden zu verursachen und anderseits die Bevölkerung zu spalten. Eben in „Russlandversteher“ die Frieden wollen und „Realisten“ die wissen dass wir kämpfen müssen.

Franz-Stefan Gady zeigt in seinem Buch „Überfall“ für Österreich die Notwendigkeit der Aufrüstung und die Notwendigkeit die Neutralität zugunsten der NATO aufzugeben – wegen den bösen Russen.

Was all diese Experten anscheinend völlig vergessen haben, sind die Anfänge des Konflikts. Sind die Reisen von Victoria Nuland nach Kiew (siehe auch: Spiegel, 10.2.2015), sind die Vorgänge des Bürgerkriegs im Donbass anno 2014 und die Vorgänge um das Gewerkschaftshaus in Odessa. Ein Tagebuch des Krisenbeginns ist bei F. William Engdhal in seinem Buch „Krieg in der Ukraine“ nachzulesen.

All diese Ereignisse kommen plötzlich bei den „Faktencheckern“ nicht mehr vor. Dort gibt es nur den grundlosen, lediglich von imperialistischen Interessen getriebenen Überfall Russlands auf die Ukraine. Auch wenn der russische Vormarsch auf Kiew ein Bruch des Völkerrechts und erst recht der europäischen Sicherheitsdoktrin war, hätte es zu jedem Zeitpunkt andere als kriegshetzende Möglichkeiten gegeben. Erst recht, nachdem der Vorstoß gescheitert war und Putin erkannt hatte, dass er in Bezug auf die Westukraine auf eine Fehleinschätzung gesetzt hat. Die Truppen zogen sich rasch zurück. Das wäre etwa eine Möglichkeit gewesen, den Konflikt mit Verhandlungen zu beenden. Aber der Westen wollte das nicht und die Nationalisten in der Ukraine erst recht nicht.

Nun sind wir im 5. Kriegsjahr und die „Faktenchecker“ arbeiten daran, die Geschichte für den Westen passend umzuschreiben – anstatt endlich den Krieg zu beenden (was immer schwerer wird, da die Opferzahlen und die Zerstörungen immer mehr werden).

 

Graz, 1.8.2026, W.Friedhuber

Kommentare	»
  1. na, ja, ich selbst verfolge das ganze schon seit zeiten wo der reisner in seiner faschingsuniform noch lange nicht beim bundesheer war, zumindest in einer ensthaften strellung.

    das hat mit der orangen revolution 2004 angefangen, die timoschenko mit ihrem zopferlgeflecht meinte kurz danach sie würde putin am liebsten mit der kalaschnikow erschießen. das in zeiten wo der putin auch vor dem deutschen parlamanent ein gemeinsames haus europa ansprach mit einem wirtschaftsraum von lissabon bis wladiwostok.
    2008 wollte die nato eine aufnahme der ukraine und georgien, das hat noch die merkel verhindert. ich habe damals der kronenzeitung geschrieben, dass ein blick auf den atlas reichen täte, zu erkennen dass russland wohl keine freude hätte, wenn in sewastopol anstatt der russichen flotte die nato stünde. dazu auch das buch des ukraino-polen brzezinski, der den usa 1997 die doktrin vorgab. nun ja, 2011 oder so hat die ukraine dauernd das gas angezapft, welches nach europa geliefert wurde, weil es auch die superkonditionen der gazprom nicht zahlen wollte. deshalb haben deutschland und russland de facto beschlossen nordstream zu bauen. der 2. teil wurde von den usa jahrelang geblockt, schlussendlich wurden drei stränge gesprengt, mittlerweile sind die usa der weltgrößte lieferant von lng, sie haben auch die ölproduktion venezuelas gekapert.
    nuland und der maidan, der putsch gegen janukowitsch (kein link zu wikipedia, der artikel ist reinste ukrainische propaganda) hat einen bürgerkrieg im dombass entfacht, der beschuss durch paramilitärs der asow und der
    regulären armee hat in 8 jahren 14’000 tote generiert.
    wenn von wegwerfagenten gesprochen wird, dann solten auch jene der westlichen werte betrachtet werden, jetzt abgesehen von nuland und steinmeier, der noch auf deutschen präsidenten macht. wer hat die jugoslawische sezession aufgebaut ? primär die usa mit der kündigung der kredite für jugoslawien im jahr 1985, danach der währungsfonds mit der forderung nach privatisierung. die sezession kroatiens gestützt und finanziert durch genscher, soros und den polnischen retropapst (die serbische ethnie der krajina wurde gesäubert), die späteren bombardements auf belgrad hat dann joschka fischer befeuert.

    die unruhen in tschetschenien, der angriff georgiens auf russische einheiten, klar die aufnahme der polnischen und baltischen revanchisten 2004 in die nato, die auch als eu mitglieder massiv stimmung gegen russland generiert haben.

    2021 die massiven appelle putins zu einer gegenseitigen europäischen sicherheitspolitik, die von biden und nato ostentativ ignoriert wurden.

    jetzt abgesehen von geschichte, die überall zum eigenen zweck interprätiert wird, die volksabstimmungen im dombass zur eigenen autonomie, die russland erst am 23. februar 2022 anerkannt hat, da bevorzugt auf die durchführung der beschlüsse von minsk gesetzt wurde.

    die krim hat sich als autonome region der ukraine mit parlamentsbeschluss und volksabstimmung 2014 zu einer loslösung von der ukraine entschlossen. es ist ja banal festzustellen, dass dabei der westen überall grüne männchen, zwang und rechtswidrigkeit gesehen hat. what else ? klarerweise keine parallelen zum kosovo, denn die uck ist ja „unsere Westliche“ banditenorganisation, gehört also per definitione zu den guten, trotz der uno resolution 1244, und in der belgierkaserne weht durchgehend seit 20 jahren die deutsch fahne (oberst reisner 2021 kontingent kommandant im kosovo, also teil einer nato-truppe); den legendären staatsvertrag hat wohl niemand gelesen, dann wird aber festgestellt, wenn der lawrow meint österreich wäre keinesfalls mehr neutral, nämlich empört, russland würde uns bedrohen, nun lawrow als aussenminister des rechtsnachfolger des mitsignatars des staatsvertrages.

    so das habe ich alles aus dem stegreif ohne irgendwo nachzuschauen geschrieben, es gibt noch ganz wenige leute, die sich erinnern, streng genommen sollte dem oberst reisner die frage gestellt werden, wodurch er als aktives mitglied des bundesheeeres legitimiert ist derartige aussagen zu machen, das sollte vom bundespräsidenten hinterfragt werden, der ja seinerzeit zu den vorgängen auf der krim ganz andere aussagen tätigte, jedoch aktuell bei den verschiedensten festspielen sich die eröffnungsrede mit der frau applebaum teilt, wohl die größte verbliebene kriegstreiberin, der lindsay graham wurde , wie es scheint eliminiert bei einem besuch in der uklraine, gattin des polnichen ministers sikorsky, der die sprengung von nordstream mit „thank you usa!“ bejubelt hat.die faktenchecker werden einiges umdrehen, es gibt aber zeitnahe, die jedoch wissen, wie die abläufe wirklich waren, die werden jedoch von den subsystemen der eu sanktioniert und mundtot gemacht, die medien spielen mit im sinne von slawa ukrajini, wobei aktuell beide denkmäler in feldbach für die ukrainische ss mit banderolen geschmückt sind.

    wie immer als conclusio das zitat von dostojewski „es gibt dige über die man nicht nur nicht gescheit reden kann, über die zu reden schon gar nicht gescheit ist!“. man wende sich einfach von den gängigen verblödungsmaschinerien ab !

    Trackback by kurt strohmaier 3. August 2026 17:36

Leave a comment


RSS feed for comments on this post. TrackBack URI

Powered by Wordpress, theme by Dimension 2k