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Das System Dr. Lüssel – oder: Der Untergang des Abendlandes.

Bloged in Allgemein by friedi Mittwoch Juli 12, 2017

Nicht die Schutzsuchenden zerstören unsere Kultur, sondern das System Dr. Lüssel! Die Notwendigkeit eines Systemwechsel wird immer deutlich sichtbarer. Im Herbst gibt es in Österreich ev. die Chance dazu!

Leider ist zu Erwarten, dass im Herbst mit dem jungen, feschen Herrn Kurz nur das Gesicht des Systems Dr. Lüssel ausgewechselt wird – nicht aber die Gesinnung. Es ist ja auch nicht einfach. Es fehlen die Alternativen.

Herr Kern, der angeblich die Proletarier vertritt ist praktisch ein Gesinnungszwilling von Herrn Kurz (sie haben ja auch ähnliche Beraterstrategien) mit etwas anderer Schwerpunktsetzung. Die sonstigen Wahlmöglichkeiten sind mehr oder weniger grausige Spielarten dieser zwei neoliberalen Eckpunkte – auch die GRÜNEN als zentralistische Europa-Partei ist eher eine Abschreckung als eine Hoffnung.

Wie ich zu diesen harten Aussagen komme?

Nun die Tagespolitik und die Publikation in den Medien geben ein deutliches Bild dieser Zustände, an Unehrlichkeit, Manipulation und Machtgelüste mit dem klaren Trend zum Egoismus der sogenannten Leistungsträger auf Kosten der Schwächsten. Das öffentliche System ist schon längst fast vollständig (wieder) in den Händen dieser Eliten (die Abschaffung des Beamtentums war da sehr dienlich).

Ein Zeichen dieser mafiösen Struktren des offiziellen Lebens ist etwa in Alltag direkt zu erleben. Wer Herr Dr. Lüssel ist, lässt sich leider nicht herausfinden – selbst wenn namhafte Geldbeträge fließen. Die Beträge kommen zwar bei einer Bank an, können bei Fehlen auch eingeklagt werden, aber leider ist nicht festzustellen wer die Gelder bekommt. Das gleiche Spiel bei den Internetbetrügereien – Geldflüsse werden korrekt geleitet, sind aber im Klagsfall nicht aufzuklären, wer dahinter steckt. Rätsel der Technik!

Ähnliche Spiele auch im Medienwesen: Tageszeitungen müssen eingestellt werden, weil sie nicht rentabel geführt werden können – Gratiszeitungen boomen jedoch. Eines dieser Beispiel ist etwa die Zeitung „meine Woche“ (siehe Bezirkszeitung). In diesen Zeitungen werden Herrschaftsmeinungen reichen Raum gegeben. Wirtschaftsvertreter dürfen unkommentiert jeden Schwachsinn ganzseitig publizieren. Natürlich hat diese Zeitung auch ganzseitige Inserate vom Bundesministerium für Finanzen die mitteilen, dass Steuergutschriften automatisch kommen – wichtige Mitteilung, die sicher nur über ganzseitige Inserate in einer Gratiszeitung der Bevölkerung mitgeteilt werden kann – da spielen dann die Kosten keine so große Rolle.

In der Ausgabe vom 12. Juli 2017 dürfen etwa die „IV-Spitzen Georg Kapsch und Georg Knill“ ihren Schwachsinn ganzseitig ablassen (siehe meine Woche Graz vom 12.Juli 2017 S. 18). Ich schreibe hier ganz bewusst Schwachsinn, weil was da zum Besten gegeben wird, lässt sich nicht anders bezeichnen. Etwa wenn Herr Kapsch allen ernstes meint „Ohne uns gäbe es keinen einzigen Beamten in diesem Land, das muss einmal gesagt sein.“ Da wünscht an sich wieder Kreisky zurück, der diesen Menschen zuruft: „Lernen sie Geschichte!“ (inzwischen müsste man sagen: lernen sie überhaupt etwas!).

Es wirft ein deutliches Bild auf das intellektuell Niveau, dass der Herr vielleicht sogar glaubt, dass er recht hat. Der vielzitierte Biertisch ist nun endgültig wieder in den Köpfen der sogenannten Leistungsträger eingekehrt.

Leider ist dieses Phänomen flächendeckend. Herr Magister Kern etwa hat vor ca. 1 Jahr als Eisenbahn-Chef das Busunternehmen Hellö im Rahmen der Eisenbahn ins Leben gerufen. Dies trotz dessen, dass die Bundesbahn ohnedies Postbus und Bahnbus hat – ganz zu Schweigen von den eigentlich volkswirtschaftlich sinnvolleren Bahnverbindungen (Hellö sollte Fernreisen anbieten!). Viel Aufwand, viel Geld und nach etwa einem Jahr an die Privaten abgegeben (nachdem ca. 6 Mio € Verlust eingefahren wurden). Man sieht, dass Herr Magister Kern dem neo-liberalen System mit Haut und Haar verpflichtet ist. Ansonsten könnte er solchen Schwachsinn nicht durchziehen. Als Kanzler müsste er dafür sorgen, dass diese unseligen Liberalisierungs- und Privatisierungszwänge aus den Wirtschaftsverordnungen herausfallen. Tatsächlich geht er aber auch als Kanzler weiter den Weg von CETA, TTIP und Liberalisierung (Stichwort: glühender Europäer – allerdings ein Europa der Banken und Konzerne – und nicht für uns Menschen).

Eine wirkliche Alternative ist in der aktuellen Parteienlandschaft aber gar nicht mehr vorhanden. Auch nicht von Aufdeckerseite. Der Fall Dr. Lüssel zeigt es. Nun, nachdem das Eurofightergeschäft seine Tröge gefüllt hat, wird eine neue Milchkuh gesucht. Mit ähnlichen Vorgehen wie beim sehr lukrativen (für einige) Geschäft mit dem Eurofighter. Zentrum dieses Vorgehen ist: Ankündigungen, Schlagworte und null Information. So wird etwa die hohen Kosten der Flugstunde genannt – aber nicht, was denn da so teuer ist. Oder die fehlende Ausrüstung – aber nicht, ob die nicht auch nachrüstbar ist. Die Kosten, ein gesamtes System auszuwechseln, also die Werkstätten, die Ausbildung der Warte, die Pilotenausbildung usw., was das kosten wird, wird nicht genannt. Bester Boden für neue Kapitalflüsse durch die immer gleichen Cliquen.

Wenn die oben genannten Beispiele praktisch nur Bereicherungsstrategien sind, die Neid hervorrufen – wie der Herr Doktor Schüssel – der, der einmal Kanzler war – also der, der bekannt ist . in einem Kleinen Zeitungs-Kommentar eben meint dass das der neidvoll betrachtete Erfolge der Tüchtigen sei (siehe Debatte_Schüssel_Remele_Neid_Gerechtigkeit) – so zeigt das, das die Eliten inzwischen im Niveau weit unter der Würde ihres Amtes anzusiedeln sind.

Trotz allen Zorns und ohnmächtiger Wut den dieses Vorgehen hervorruft – es sind aber nur Bereicherungsstrategien (Herr Doktor Schüssel meint, dass sie auch niemand schaden – keine Ahnung woher der Mann seinen Doktor hat – von Wirtschaft und Geldumlauf versteht er jedenfalls nichts) –  die zum Glück noch niemanden existenziell direkt bedrohen (soweit funktioniert die Sozialpartnerschaft ja noch – und somit ist noch – einfach aus Traditon – eine kleine Bremse gegen diese Damen und Herren „Tüchtigen“ vorhanden).

Nun wird es aber härter: Herr Kurz will in seiner jungen Omnipotenz die Bedürftigen direkt bedrohen. Schließen der Mittelmeer-Route! Sollen sie ersaufen oder in Libyen verprügelt oder in Afghanistan ersossen werden – oder halt sonst was. Was kümmert’s uns!

Das sind die Konzepte eines Herren, der an der aktuellen Flüchtlings-Entwicklung namhaft mitverantwortlich war – er war ja
Bundesminister für Europa, Integration und Äußeres (wie die Stelle im ehemaligen Außenministerium seit dem Anschluss an die EU heißt) und war damit beteiligt an der Einschränkung der Finanzmittel für die humanitären Aktionen (siehe Standard Interview mit Paul Collier). Das erschreckende dabei ist, dass weite Teile der Bevölkerung dieser Entwicklung noch zujubeln (hatten wir doch schon einmal!?).

Leider haben wir auch heute wieder Eliten, die, um am Futtertrog zu bleiben, sich in inhumanen Konzepten zu überbieten beginnen (siehe Standard: Wer ist der Härteste). Kim Son Hoang nennt im Standard diese unmenschlichen Konzepte der Eliten nicht umsonst „Schnapsideen“ (siehe Standard: Schnapsideen).

Dass weite Teile der Bevölkerung keine Zeit zum Nachdenken haben, entschuldigt sie noch ein bisschen, dass aber die Exponenten, die Eliten, die ausschließlich dafür bezahlt werden, die Situationen auch oder gerade nach humanitären Richtlinien zu beurteilen wieder völlig zu versagen beginnen, zeigt, dass, um uns selbst zu retten, ein Systemwechsel immer dringender notwendig wird.

Was besonders traurig ist und theologischen Philosophen wie Herr Professor Doktor Remele (in der obig genannten Kontroverse mit der Meinung von Herr Schüssel) zu schaffen macht ist, dass die Kirchenführung – in der Person des Papstes – die Zeichen der Zeit längst erkannt und in päpstlichen Sozialenzykliken seit Leo XIII niedergelegt hat. Allein das Kirchenvolk, allen voran die Exponenten wie Herr Doktor Schüssel hängen am Besitz und nicht am Glauben.

Dies unterscheidet die konservative Seite der Gesellschaft nur unwesentlich von der sogenannten fortschrittlichen. Auch den Sozialdemokraten und deren Anhang ist der Futtertrog näher als die Befreiung des Proletariats – und Flüchtlinge aus Afrika: Wer braucht die?

Meine private Meinung ist: Wenn wir nicht bald einen Systemwechsel durchführen, werden in der nächsten Flüchtlingswelle wir selbst beinhaltet sein – allerdings mit einem Unterschied: Wir haben kein Land mehr, wohin wir flüchten könnten.

Diese Aussicht sollte unsere Anstrengungen für eine globale humane, solidarische Welt mehr Nachdruck verleihen.

Graz, 12.7.2017, W. Friedhuber

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