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[Wien][AIK] Kemalistischer Putsch, islamische Revanche, westlicher Chauvinismus?

Bloged in Allgemein von friedi Sonntag August 21, 2016

Diskussion zur Türkei und Europa
Donnerstag, 1. September 2016 – 19:00
Amerlinghaus (Gallerie), Stiftgasse 8, 1070 Wien
Es diskutieren:

Reza Algül, Politikwissenschaftler und alevitischer Lehrer
Mülkiye Laçin, Dachverband der Kurdischen Vereine in Österreich (Feykom)
Murat Gürol, Aktivist gegen das Islamgesetz, Netzwerk Muslimische
Zivilgesellschaft
Sandra Bakutz, Internationale Plattform gegen Isolation, Radio-Moderatorin
Ali Cem Deniz, Journalist und Autor eines Türkei-Buches (erscheint im
Oktober)
Wilhelm Langthaler, vielfacher Türkei-Reisender, Antiimperialistische
Koordination (AIK)

Der gescheiterte Putsch war ein Zeichen – doch für was eigentlich? Die
möglichen Lesarten könnten selbst aus antiimperialistischer Sicht nicht
unterschiedlicher sein.

Da sind jene, die die Volksmobilisierung gegen die Nato-Militärs
betonen, die nicht nur die demokratischen Errungenschaften sicherte,
sondern auch die Selbständigkeit der Türkei gegenüber der westlichen
Einflussnahme. Da gibt es diese, die die Gefahr der Herrschaft des
Politischen Islam betonen, der ebenfalls in eine Diktatur führe. Aus
kurdischer Sicht wiederum scheint sich Erdogan seinen kemalistischen
Gegnern zunehmend anzunähern.

Dann sei auch die Interpretation aus Sicht des syrischen Bürgerkriegs
genannt, der offensichtlich auf die Türkei zurückschlägt. Und da sind
dann wie immer auch die wildesten geopolitischen Spekulationen, nach der
die USA wahlweise auf Gülen, Erdogan, die Kemalisten oder die Kurden
setzen würden.

Man könnte meinen, es gäbe zumindest eine gemeinsame Ablehnung der
europäischen medialen und politischen Kampagne gegen die Türkei, sowie
Türken und den Islam im Allgemeinen. So will Hofer in altbekannter
FP-Manier die Einbürgerung von Türken überhaupt stoppen, VP-Kurz will
Anti-Putsch-Demonstranten „heimschicken“ und SP-Kanzler Kern sieht das
Grundrecht auf Demonstration missbraucht. Dabei werden Erdogans
Erbsünden der Todesstrafe und des Ausnahmezustands in Stellung gebracht,
als gäbe es so was in den USA oder Frankreich nicht. Doch einigen Linken
geht selbst diese Kritik noch zu wenig weit.

Wie kann eine demokratische und antiimperialistische Position das alles
unter einem Hut bringen?

Eine Veranstaltung der Antiimperialistischen Koordination (AIK), die mit
ihren Vorläufern seit den 1980er Jahren in der Solidarität mit dem
vielgestaltigen und auch widersprüchlichen Kampf der Völker der Türkei
gegen Diktatur und westlichen Imperialismus aktiv ist.

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Antiimperialistische Koordination
aik@antiimperialista.org
www.antiimperialista.org/de
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