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Klimagipfel in Cochabamba- NACH DEM FLOP VON KOPENHAGEN: EIN STARKES SIGNAL “ VON UNTEN „( Resumee)

Bloged in Allgemein von admin Samstag April 24, 2010

Der Klimagipfel in Cochabamba zur Rettung der „madre tierra “ brachte all das zur Sprache, was der offizielle Gipfel in
Kopenhagen ( COP 15) unter den Teppich gekehrt hatte. Auch die Loesungsvorschlaege haben Hand und Fuss. Damit sie Realitaet werden, bedarf es allerdings noch vieler Kaempfe.


Vier Tage wurde intensiv in 17 “ mesas de trabajo “ debattiert und die Ergebnisse in einer gemeinsamen
Erklaerung („acuerdo de los pueblos“) zusammengefasst. Das Dokument ist eine harsche Kritik am “ patriarchalen, kapitalistischen Produktions- und Konsummodell“ und optiert fuer eine Gesellschaft ohne Ausbeutung, die in dauerhafter “ Harmonie mit der Natur“ lebt.

Beeindruckend war die starke Praesenz, das gestiegene Selbstbewusstsein und die aktive Teilnahme von Indigenen aus allen Kontinenten. Als die Vertreterin der indigenen Voelker Nordamerikas auf der Eroeffnungsveranstaltung im Stadion von Tiquipaya ihre Rede mit den Worten schloss “ Der Imperilialismus wollte uns ausrotten- aber wir sind noch immer hier! „, wollte der Beifall kein Ende nehmen.

“ Socialismo communitario“

Evo Morales entwarf als Gegenmodell zum status quo einen “ socialismo cummunitario“ basierend auf „partizipativer“ und nicht bloss formaler Demokratie. Er stellte in Abrede, dass der “ Markt“ die aktuellen Krisen loesen koenne. “ Es ist ja gerade der Markt und das rastlose Jagen nach Profit, das fuer die Krisen die Verantwortung traegt“. Hugo Chavez spitzte die Alternative -Rosa Luxemburg zitierend- zu: „Sozialismus oder Barbarei“.

Auffallend war, dass das offizille Brasilien ( Lula, Rousseff,…) durch Abwesenheit glaenzte. Die Brachialpoltik Brasiliens in Umweltfragen ( z.b. Belo Monte ) liess es offenbar nicht ratsam erscheinen, nach Cochabamba zu kommen…
Ob es tatsaechlich zu den im Vorfeld der Gipfels anvisierten Umweltreferenden kommen wird oder bloss zu “ consultas populares „, ist derzeit noch offen. Sicher hingegen ist, dass es im naechsten Jahr erneut einen “ cumbre de los pueblos “ geben wird (der Ort ist derzeit noch nicht bestimmt ).

Kritische Solidaritaet

Die Konferenz in Cochabamba kann als ein wichtiger Schritt vorwaerts nach dem Scheitern des offiziellen Klimagipfels in Kopenhagen ( COP 15) im Dezember des Vorjahrs eingestuft werden. Der allgemeine Tenor war, mit starker Stimme waehrend des naechsten UNO-Klimagipfels in Canucun Ende des Jahres praesent zu sein und dort fuer grundsaetzliche oekologische und gesellschaftliche Veraenderungen ( “ Change the system- not the climate „) zu wirken.

Die positiven Resultate der Konferenz sollten jedoch nicht blind machen, fuer Grenzen , die sich zeigten. Eine Sache ist eine -radikale- Rhetorik, eine andere die harten Tatsachen der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Schon ein Spaziergang in Cochabamba, wo der MAS eine satte 62 Prozent- Mehrheit hat, zeigt, dass auf dem Umweltsektor noch eine weite Wegstrecke bevorsteht: durch die Altstadt geht der gesamte Individualverkehr, selbst der Hauptplatz mit seinem wunderschoenen Baumbestand und den historischen Bauten ist nicht davon ausgenommen. Der Rio Rocha , der durch die Stadt fliesst, ist eine Kloake.

Erst recht wird es in der “ grossen Politik“ haarig. Um an Devisen rannzukommen werden in Bolivien – wie in Venezuela und Ecuador- durchaus problematische industrielle und energitsche Investitionen getaetigt. Ausserhalb des cumbre bildete sich sogar eine 18. „mesa“, die diese Fragen anschnitt.

An den sozialen Bewegungen liegt es , die Ergebnissse von Cochabamba in die “ Welt hinauszutragen und fuer ihre Umsetzung zu kampfen “ ( Evo Morales ) und dabei Widersprueche, Unzulaenglichkeiten nicht zu verschweigen. Solidaritaet, soll sie Bestand haben, kann immer nur eine kritische sein.

Herman Dworczak, Cochabamba ( Aktivist im Austrian Social forum / ASF; 0043 / 676 / 972 31 10 )

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