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CHINA-BERICHTERSTATTUNG ODER DER ABGESANG DES BÜRGERLICHEN JOURNALISMUS

Bloged in Allgemein von friedi Samstag November 17, 2012

Die Ereignisse rund um den Parteitag der chinesischen KP und der Parteitag selbst wären eine gute Gelegenheit gewesen, Substantielles über das Land und seine politische Führung zu erfahren. Realiter gab es meist nur oberflächliches Gewäsch und politische Sterndeuterei.

Die Komplexheit Chinas darzustellen, ist sicher kein leichtes Unterfangen. Das Land befindet sich in einem radikalen Umbruch, es gibt extreme Unterschiede zwischen dem -relativ- „reichen Osten“, den Küstenregionen mit seinen Millionen- Städten und dem unterentwickelten Inneren und Westen des Landes. Die Einkommensscheren zwischen „oben“ und „unten“ haben Weltrekord-Format, Proteste in den vielfältigsten Form haben in den letzten Jahren das Land überzogen.

All dieser reale gesellschaftliche Hintergrund könnte differenziert behandelt und dargelegt werden, in welchen Brechungen er auf dem Parteitag gespiegelt oder schlicht ausgeblendet wird.

Kaum etwas davon war in den letzten Tagen in den bürgerlichen Medien zu vernehmen. Da wurden -oft bloß psychologisierende- Individual-Biographien der ständigen Mitglieder des PB erstellt, erbauliche Gschichterln über die neue First Lady verfaßt und ähnlicher Schmus mehr. Das Magazin „Format“ munkelte gar von einem „Kampf um die Weltherschaft der Giganten USA und China“…

Dem neuen Leader Xi Jinping wurde positiv attestiert, daß er gegen die „Korruption“ vorgehen will. Kaum eine ernsthafte Analyse, die in Erinnnerung ruft, daß es schon Dutzende solcher „Anti-Korruptions“-Kampagnen in der Vergangenheit gegeben hat, die bekanntlich kaum was fruchteten. Korruption ist ja bekanntlich die Folge spezifischer -z. B. mafioser- Strukturen, also ein Folgephänomen und nicht an sich ein Erklärungsgrund.

China steht heute an einem Scheidewg. Das Export-Modell kann nicht bruchlos fortgesetzt werden- die sozialen und Umwelt-„Kosten“ nehmen dramatische Formen an. Die starre Einparteien-Herrschaft, das Fehlen demokratischer Ausdrucksmöglichkeiten ( und nicht bloß Internet-Using) sind ein gewaltiger Hemmschuh. Das Ausufern des „Marktes“- sprich die zunehmende Entfaltung kapitalistischer Pruduktionsverhältnisse und einer darauf basierenden Konsum“kultur“ untergraben mehr und mehr die Errungenschaften der chinesischen Revolution.

All das entgeht dem bürgerlichen Journalismus weitgehend. Er sehnt sich nur nach „weiteren Reformen“- worunter er vor allem Privatisierungen, noch mehr Spielraum fürs (Auslands)kapital versteht.

In die Tat umgesetzt wäre das schlicht ein Katastrophen-Kurs. Die Entwicklung des Landes wäre total den „bleiernen Gesetzen der Kapitalakkumulation“(Marx) unterworfen, China würde -wie schon so oft in seiner leidvollen Geschichte- erneut zu einem Spielball imperialistischer Interessen werden.

Eine positive Wende wird es nur geben , wenn der derzeit recht minoritäre chinesischen Linken (vor allem im akademischen Bereich angesiedelt)- trotz aller Repression- ein Brückenschlag zu den Kämpfen in den Fabriken und auf dem Land gelingt und gemeinsam eine Art „Alternativprogarmm“ zum Kurs der Parteibürokratie entwickelt wird.

16.11.2012, Hermann Dworczak (0043/ 676 / 972 31 10 )

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