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Profiheer statt Wehrpflicht

Bloged in Allgemein,Diskussion by friedi Samstag Oktober 13, 2012

SPÖ ruft nach einem Söldnerheer

Ein kritischer Artikel von Gilbert Karasek.
„Aber in der schönen heilen Welt schweigt man darüber, wer der innere Feind ist, weswegen der Staat für seine innere Sicherheit und für die Aufrechterhaltung seiner Ordnung eine so mächtige Militärmaschinerie braucht.“Wir werden dahingehend im Denken erzogen, dass wir in einer bürgerlichen Demokratie leben, in der es keine Klassengegensetze gibt. Da es keine Klassen gibt, kann es auch keinen Klassenfeind geben. So einfach ist die schöne Welt des Bürgertums zu verstehen.

Aber in der schönen heilen Welt schweigt man darüber, wer der innere Feind ist, weswegen der Staat für seine innere Sicherheit und für die Aufrechterhaltung seiner Ordnung eine so mächtige Militärmaschinerie braucht. Die Antwort darüber gibt es auch nicht im staatlichen Bildungswesen. Die Einsicht dazu findet man nur im geschichtli-chen Prozess der vergangenen Epochen. In Wirklichkeit war immer der Teil der Bevölkerung der innere Feind für die herrschende Klasse, der von ihr unterworfen wurde.

In der Antike waren es die Sklaven, im Mittelalter die Leibeigenen und im Kapitalismus die LohnarbeiterInnen, die zu der Ordnung der herrschenden Klasse im Widerspruch standen. Immer wenn die Unterdrückten versucht haben, sich von ihrer Knechtschaft zu befreien, störten sie die Ordnung der jeweiligen herrschenden Klasse. Übrigens, In allen Epochen, egal ob Sklaverei, Feudalherrschaft oder im Kapitalismus, waren immer die Menschen dem Diktat jener Personen unterworfen, die auf ihre Kosten lebten.

Der Widerspruch zwischen den Besitz und Besitzlosen, die hierarchische Unterordnung der dienenden Klasse unter dem Kommando der herrschenden Klasse sind Bestandteile einer auf die Teilung der Arbeit beruhenden Gesellschaftsordnung. Sie bildet nicht nur die Grundlage des Warenhandels, also die Ordnung in der wir leben, sondern sie erzwingt durch die Spezialisierung die Ohnmacht über die Produktivkräfte. Statt dass die Produzenten über die Produktivkräfte herrschen, herrschen die Produktivkräfte über sie. Siehe z.B. die Armut und Umweltzerstörungen. Nicht nur die Teilung der Arbeit, sondern auch der unmittelbare Zustand in dem die Besitzlosen ihre Arbeitskraft an den Besitzenden verkaufen müssen, hebt die Gleichberechtigung auf. Denn um ihr Leben zu finanzieren, müssen sie sich der Befehlsgewalt ihrer Käufer unterwerfen. Die Widersprüche zwingen den Staat dazu, dass er nicht nur die geistige Herrschaft bzw. das Monopol über Bildung, Schulen und Universitäten, sondern ebenso die Gewalt des Militärs braucht. Schließlich sind es die Menschen, die von Kapital ausgebeutet werden, die der kapitalistischen Ordnung, als natürlicher Klassenfeind, feindlich gegenüber stehen.

Hier kommen wir auf den Berufszweig zu sprechen, der die militärische Gewalt umsetzen muss: zum Berufssoldaten. Denn selbst das Töten will gelernt sein. Das Wort Soldat kommt von Sold. Der Sold ist die Bezahlung für diverse Dienstleistungen. Daher bezeichnet man auch den Berufssoldaten als Söldner.

Personen die jahrelang das Töten trainieren, haben damit kein Problem, wenn sie auf Kommando Menschen töten. Die Eigenschaft hemmungslos Leben zu vernichten, trifft eben auf einen gut ausgebildeten Söldner zu. Anders verhält sich die Bereitschaft zu töten bei den Wehrpflichtigen. Ihre Hemmschwelle den Menschen das Leben zunehmen, ist selbst nach einem Jahr Wehrpflicht immer noch hoch. Der Wehrpflichtige hat eine Hemmschwelle, der Söldner keine. Wie wir sehen, ist es nicht einerlei mit welcher Geisteshaltung der Befehlsempfänger vor einer rebellischen Bevölkerung steht.

Die Sozialdemokratinnen treten als Wächter für die Ordnung des Kapitalismus auf. Sie wollen sich den militärischen Rechtsruck der EU-Staaten anschließen. Was sie uns auch immer im ihren Tatendrang für ein Söldnerheer erzählen, es ändert nichts an der Tatsache, dass der einzige Unterschied zwischen Söldner und den Wehrpflichtigen, in der Bereitschaft zum Töten besteht. Wenn es um die innere Sicherheit geht, will die SPÖ einen verlässlichen Militärapparat haben. Denn für die militärische Gewalt wie es
sich im Jahre 1934 gegen die Bevölkerung zugetragen hat, ist ihr ein Heer mit Wehrpflicht zu unverlässlich. Das Berufsheer soll ebenso hemmungsfrei sein wie die Berufssoldaten, die im Februar 1934, in Wien, die ArbeiterInnen abgeschlachtet haben.
(Wien, 13.10.2012 )Gruß Gilbert Karasek.

Zum Artikel als PDF: Profiheer statt Wehrpflicht Wien 2013

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